Bringt ein weiteres Urteil eines Gerichts zu Heizkostenabrechnungen endlich den Durchbruch? Bisher konnten sich die Gerichte nicht zu einer einheitlichen Meinung durchringen, selbst wenn die Heizkosten nach einer Umstellung von Verdunstern auf elektronische Messgeräte an einer Einrohrheizung regelrecht bei einigen Wohnungsinhabern explodierten. Während bereits das Landgericht Nürnberg/Fürth die Kombination elektronische Messgeräte an einer Einrohrheizung für ungeeignet beurteilte, halten andere Gerichte, wie z.B. das Landgericht München I, auch fragwürdigste Kostenverteilung noch für vertretbar, selbst Sachverständigen-Meinungen ignorierend.
Es ist nun zu hoffen, dass das Urteil von Richter Bossert aus Vaihingen den Durchbruch zu einer einheitlichen Rechtsprechung bringt und andere Gerichte, wie z.B. dass Landgericht München I, wenigstens zu einer Gestattung der Revision vor dem Bundesgerichtshof wegen der unterschiedlichen Aussagen in Urteilen bewegen kann. Denn das Urteil von Richter Bossert lässt an Klarheit nichts offen, wie der Urteiltext zeigt:
„Der Kläger kann aus der verfahrensgegenständlichen Abrechnung keinen Anspruch herleiten, da diese hinsichtlich der Heizungskosten nach den überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen unheilbar falsch ist. So hat der Sachverständige überzeugend ausgeführt, dass die bei der Heizungsanlage verwendeten Zähleinrichtungen (Einfügung: elektronische Messgeräte) lediglich für Heizungen im Zweirohrbetrieb geeignet sind. Bei der Verwendung der Zähleinrichtung bei Einrohrheizungen kommt es zu erheblichen Ungenauigkeiten. … Das Gericht ist den Ausführungen des Sachverständigen nach eigener Prüfung gefolgt.“
Und so lautete u.a. ein Teil der Ausführungen des Sachverständigen:
„Das Problem ist durch die elektronischen Heizkostenverteiler entstanden, die im Wesentlichen nur die Energie erfassen, die über die Heizkörper bezogen wird, nicht aber die Wärme der Rohre, die im Estrich liegen. Die Heizkostenverteiler nach dem Prinzip der Verdunstung verursachten wegen des trägen physikalischen Prinzips der Verdunstung keine Probleme. Dies zeigt auch die Anlage 1, die Daten aus einer Liegenschaft enthält, bei der auch trotz Einrohrheizung Heizkostenverteiler nach dem Prinzip der Verdunstung durch elektronische Heizkostenverteiler ersetzt wurden. .. Nach meiner Erfahrung aus vielen geprüften Objekten gehe ich davon aus, dass die Messunternehmen das Problem mit den Einrohrheizungen kennen, die Fehler aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht einräumen können, weil Tausende Liegenschaften falsch ausgestattet worden sind.“
Der Sachverständige hat in seinem Gutachten auch auf die Manipulierfähigkeit von elektronischen Messgeräten hingewiesen, deren “Verbrauchswerte“ nur noch über Funk erfasst werden. Hausgeld-Vergleich e.V. wird deshalb beim Gesetzgeber eine angemessene Reaktion auf die derzeitigen unhaltbaren Zustände bei der Heizkostenerfassung anmahnen.
Bei Bedarf Kontakt zum Gutachter über
Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn bei Nbg.
Tel.: 09154/1602, E-Mai: hausgeld-vergleich@t-online.de
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