Hausgeld-Vergleich e.V. warnt seit Jahren vor ungenügender Prüfung, ob eine Umstellung von Verdunstern auf elektronische Heizkostenverteiler bei Einrohrheizungen sinnvoll ist. Es kann danach zu Kostenexplosionen in einzelnen Wohnungen und jahrelangen Rechtstreiten um ungerechte Heizkostenabrechnungen kommen. Auch in aktuellen Fachbüchern wurde das Problem jetzt beschrieben.
So wurde u.a. auf Seite 504 des derzeit erhältlichen maßgeblichen Fachbuchs zur Heizkostenabrechnung (Handbuch der HK-Abrechnung / Kreuzberg/Wien, 8. Auflage) erwähnt:
“Die nicht erfasste Rohrwärmeabgabe ... führt zu wesentlichen Kostenverzerrungen.
Vielverbraucher können mit der doppelten Kostenhöhe, die dem tatsächlichen Verbrauch entspricht, belastet werden.“

Hausgeld-Vergleich e.V. kennt aus eigener Erfahrung, dass die “doppelte Kostenhöhe” dabei eine harmlose Untertreibung sein kann.

In der neuen 7. Auflage “Betriebskosten- und Heizkostenrecht (Beck-Verlag) vom Dr. Hans Langenberg (Vorsitzender Richter am Landgericht a.D. Hamburg) und Dr. Kai Zehelein (Richter am Amtsgericht Hanau) wird das entstehende Problem wie folgt unter Randziffer 307 verständlich für jedermann beschrieben:

Bei vertikalen Einrohrheizungen stellt sich das Problem, dass das Heizwasser zunächst sehr viel Wärme abgibt und mit zunehmender Länge des Heizstrangs immer weniger. .... In diesen (begünstigten) Objekten reicht je nach Witterung schon die vom Heizrohr abgegebene Wärme für eine angenehme Temperatur. Die Heizkostenverteilungsgeräte zeigen dementsprechend geringe Werte (Erfassungsraten) während sich bei weiter entfernten Objekten mit der Entfernung höhere Werte einstellen. Da aber insgesamt nur eine relativ geringe Zahl an Werten erreicht wird, auf welche die gesamten Heizkosten entfallen, ergibt sich ein sehr hoher Preis je Werteinheit, so dass manchen Wohnungen kaum, andere außerordentlich hohe Heikosten haben. Es ist evident, dass hier erhebliche Erfassungsfehler auftreten können.

Neben dem BR hat auch der MDR auf die Hunderttausende von Wohnungseigentümern und Mieter hingewiesen, die unter diesem Verteilungsproblem der Heizkosten an einer Einrohrheizung mit elektrischen Messgeräten leiden.

Das Problem ist bei allen Fachleuten erkannt worden und hat zur VDI 2077 geführt, über die solche Verteilungsfehler mathematisch abgemildert werden sollen. Trotzdem verschweigen noch viele Hausverwalter dieses Problem und empfehlen den Eigentümern trotzdem den Umstieg von Verdunstern auf elektronische Messegräte ohne vorher sachkundig feststellen zu lassen, ob eine Umstellung zu verträglichen Verteilungen führen kann.

Im Rahmen der vielen Rechtstreite, die Hausgeld-Vergleich e.V. unterstützt oder beobachtet hat, kam es zu einer besonders erwähnenswerten Entscheidung des Landgerichts Nürnberg-Fürth unter Richter Dr. Jäckel, der sachkundig gestützt festgestellte, dass elektronische Heizkostenverteiler für die Messung an der vorliegenden Einrohrheizung ungeeignet sind und solch ein System nicht die Anforderungen an den Stand der Technik erfüllt.

Warum andere Gerichte diesen Ausführungen bisher nicht folgen, bleibt unerklärlich und ist ein Skandal zu Lasten der Betroffenen. Kostengeschädigte können sich an Hausgeld-Vergleich e.V. wenden. Hier befindet sich die wohl umfangreichste Urteilssammlung zum Thema.

Kontakt: Tel.: 09154/1602 - E-Mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
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