Auch im Jahr 2014 kommt es zu Änderungen für die Wohnungsinhaber und Verwalter. Fast könnte man meinen, wir haben noch nicht genug Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Ein inzwischen riesiges Heer an Kommissaren und nachgeordneten Bürokraten in der EU erarbeiten nationale Vorgaben und diese werden mit eigenen Ideen unserer deutschen Gesetzgeber ergänzt und oder gar getoppt. Die Dinge der Bürger müssen “detaillierter geordnet” und ihr Handeln muss “noch mehr reglementiert” werden. Und wie immer wird auch dieses Mal wieder dem Bürger in die Tasche gelangt.

So wird in verschiedenen Bundesländern die Grunderwerbssteuer erneut angehoben. Lange vorbei sind die Zeiten, wo es einen einheitlichen Steuersatz von 3,5% für den Erwerb von Wohneigentum gab. Spitzenreiter ist inzwischen Schleswig-Holstein mit sagenhaften 6,5%, wo bisher 5% genügte. Berlin verlangt 6%, Bremen und Niedersachsen 5%.

Auch das Bauen und Wohnen wird teuerer. Die Energieeinsparverordnung 2014 tritt am 1.5.2014 in Kraft. Gott sei Dank konnte noch verhindert werden, dass bei Bestandsimmobilien die Dämmstoffplatten noch dicker als bisher werden müssen. Die bisherige Größe der Fenster und Balkongrundflächen bleiben also vorerst erhalten und Dächer müssen nicht verlängert werden. Bei Neubauten allerdings wurde zugeschlagen. Gnadenfrist gibt es noch bis zum 1.1.2016. Dann müssen die Neubauten so gestaltet werden, dass der Jahres-Primärenergiebedarf um 25% sinkt. Ab 2015 müssen noch Heizkessel ersetzt werden, die älter als 30 Jahre sind, egal ob sie noch voll funktionsfähig sind.

Den bürokratischen Höhepunkt dürften die Änderungen zum Energieausweis darstellen. Den sollen jetzt auch Hausfrauen lieb gewinnen, weshalb die bisherigen Energiekennwerte jetzt in Form von unterschiedlich farbig gekennzeichneten “Energieeffizienzklassen” erscheinen müssen, so wie bei Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Kühlschränken - das kennt man. Das findet auch unsere Bundesmutti gut - auch wenn die Effizienzklassen keine tragfähigen Aussagen machen können. Dazu kommt noch die Pflicht, zukünftig die Energiekennwerte des gesamten Gebäudes bzw. der Wohnanlage in Werbeanzeigen zur Vermietung oder beim Verkauf einer einzelnen Wohnung angeben zu müssen. Dass der energetische Verbrauch der einzelnen Wohnung mit dem Durchschnittsverbrauch aller Wohnungen eines Gebäudes nichts zu tun hat, ist bei unseren Gesetzgebern und Bürokraten noch nicht angekommen. Jedem Praktiker ist klar, dass der Verbrauch der einzelnen Wohnung maßgeblich von deren Lage im Gebäude und von Zusammenpassen der Heizanlage mit den eingesetzten Messgeräten abhängt und deshalb durchaus deutlich unterschiedlich sein kann. Es ist davon auszugehen, dass sich deshalb auch der neue Energieausweis wohl eher zu einem “Narrenausweis” entwickeln wird (siehe dazu auch die Pressemitteilung vom 7.2.2014: “Vorsicht! Auch der neue Energieausweis ab 1. Mai 2014 täuscht den Mieter und Käufer einer Wohnung.”).

Bis 1.2.2014 sollte die Umstellung des Inlandszahlungsverkehrs auf das SEPA-Verfahren abgeschlossen sein. Maßgeblich ist dabei die IBAN-Nr. und die besteht aus “DE” für Deutschland und dann “20 Ziffern” - gut zu merken und schnell einzugeben! Vermieter, alle Hausverwalter, Vereine und Unternehmen, die Lastschriften vornehmen müssen, wurden mit einem unerhörten Verwaltungsaufwand belastet, mussten jeden Verbraucher über die Umstellung brieflich informieren - ohne jegliche Notwendigkeit für den Inlandszahlungsverkehr. Da dieser Organisationsaufwand teilweise nicht bis zum 1.2.2014 bewältigt werden konnte, wurde die Frist zum Übergang bereits von der EU aus gestreckt. Die Kosten für den Verwaltungsaufwand sollte den EU-Bürokraten von ihren satten Vergütungen abgezogen werden.

Wann wehrt sich der Bürger endlich gegen die Änderungswut der Bürokraten, die Gängelung bis in kleinste Details und die damit verbundene immer weitere Abzocke?
Norbert Deul
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