Wohnen wird immer teuerer durch staatliche Auflagen. Das trifft sowohl selbstnutzende Eigentümer als auch Mieter. Die Vorschriften in der Heizkostenverordnung (HkVO) zur Anschaffung neuer Messgeräte, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV), die exorbitanten Kosten der Energiewende und die Steueranhebungen (Grunderwerbssteuer, Grundsteuer) summieren sich in einem für viele Wohnungsinhaber kaum noch verkraftbaren Maße. Dazu addieren sich nun weitere Honoraranhebungen:
Höhere Honorare für Architekten und Ingenieure
Ab 17.7.2013 trat die neue Honorarordnung für Architekten und Ingenieure in Kraft. Dabei wurden
  • die Leistungsbilder der sog. HOAI überarbeitetet und
  • Die Honorarsätze angepasst - sprich angehoben.
Im Durchschnitt sind die Honorare um ca. 17% angehoben worden und das gegenüber der Änderung von 2009! Grund: Erhöhte technische und rechtliche Anforderungen lt. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
Dies soll durch die erhöhten Anforderungen an den Wärmeschutz und die Energie, sowie wegen des Energie- und Umweltrechts erforderlich gewesen sein.
Nachdem ohnehin die Baukosten in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind, bleibt die Frage, ob dazu parallel die Honorare angehoben werden mussten.
Auch diese in der Praxis doppelte Kostenanhebung wird die Wohnkosten verteuern.
Höhere Honorare für Rechtsanwälte
Recht bekommen war schon immer teuer.
Die Anwaltsgebühren sind ebenfalls angehoben worden und zwar um ca. 10%, also
bei Streitwert   1.500 € von bisher 105 auf 115 €
bei Streitwert   3.000 € von bisher 189 auf 201 €
bei Streitwert   8.000 € von bisher 412 auf 456 €
bei Streitwert 10.000 € von bisher 486 auf 558 €
bei Streitwert 40.000 € von bisher 902 auf 1.013 € usw. (jeweils für 1 Anwaltsgebühr).
Das heißt z.B. bei einer Anfechtungsklage ist das Kostenrisiko für die I. Instanz
bei einem verlorenen Urteil  2,5 Anwaltsgebühren für den eigenen Anwalt
4,5 Anwaltsgebühren für den Anwalt der übrigen Eigentümer
macht bei einen Streitwert von 10.000,- € 7,5 x 558 € + 2 x 20 € Pauschale + 19% MwSt.:
= 4.695,75 € + Gerichtsgebühren 723,- € = 5.418,75 €.
Wenn dabei noch bedenkt, dass das tatsächliche Eigeninteresse des Eigentümers bei einen Streitwert von 10.000,- in der Regel nur 2.000,- € ist, der wird an solch einer Gesetzgebung mehr als zweifeln, wie sie im § 49 Abs. 2 Gerichtskostengesetz (GKG) ab 1.7.2007 abgefasst wurde.
Die Streitverfahrenskosten stehen nicht im Verhältnis, wenn bei einem Interesse von 2.000,- € Verfahrenskosten für die I. Instanz von 5.418,75 € entstehen können.
Höhere Honorare für Notare
Ab 1. August wurden ferner die Notarkosten zwischen 10 - 20% erhöht.
Der Geschäftswert für die Begründung von Wohn- und Teileigentum wurde erheblich erhöht (bisher halber Wert des Grundstücks und jetzt voller Wert des “bebauten Grundstücks”).
Bei weiteren Fragen: Tel.: 09154/1602 oder hausgeld-vergleich@t-online.de
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