Der Gesetzgeber hat sich wieder einmal als Auftragsbeschaffer betätigt - dieses Mal zugunsten von Firmen, die Wärmezähler zur Ermittlung des Energieverbrauchs für die Warmwasseraufbereitung anbieten. War es Jahrzehnte lang ausreichend, dass die zur Erwärmung des Wassers benötigte Energiemenge nach einer Formel ermittelt wurde, so ist dies am 1.1.2014 nicht mehr ausreichend. Statt gerechnet muss jetzt gemessen werden.
Danke lieber Gesetzgeber, sagen die Anbieter von solchen Messgeräten, dass wir wieder bedacht wurden.
§ 9 Abs. 2 der Heizkostenverordnung bestimmt:
“Die auf die zentrale Warmwasserversorgungsanlage entfallende Wärmemenge (Q)
ist ab dem 31.12.2013 mit einem Wärmezähler zu messen.”

Der Gesetzgeber erhofft sich davon jetzt eine angeblich höhere Genauigkeit. Pro Eigentümer könnte die neue Messung doch einige € Unterschied gegenüber der bisherige Rechenmethode bringen. Wird bei der neuen Messung einer höherer oder niedriger Energieverbrauch ermittelt als bei der bisherigen Rechenmethode, so verändert sich der Energieverbrauch bei der Heizung. Unter dem Strich geht es deshalb um ein Nullsummenspiel. Solch eine gerechtere Abrechnung würde zu einem veränderten Nutzerverhalten durch stärke Anreize für einen sparsamen Energieeinsatz im Gebäudebestand führen, so die Theorie des Gesetzgebers.

Mit Praktikern dürfte der Gesetzgeber auch dieses Mal wieder nicht gesprochen haben. Denn die hätten ihm sicher mitgeteilt, dass der ordentliche Bürger sich wohl kaum weniger Duschen oder die Hände warm waschen wird, wenn er jetzt genau weiß, wie viele kWh er im Jahr für seine Körperpflege benötigt. In der Praxis geht es wieder um eine bürokratische Gängelei ohne jeglichen Nutzen für den zahlenden Bürger.

Sollte solch eine Beschlussfassung über die Anschaffung dieser Messgeräte anstehen, so sei an den weiteren Txt des § 9 Abs. 2 der HkVO erinnert:

“... Kann die Wärmemenge nur mit einem unzumutbaren hohen Aufwand gemessen werden,
kann sie nach der Gleichung ................ bestimmt werden (also wie gehabt berechnet werden).”
Der sachkundige Eigentümer wird den § 11, 1 b der HkVO ebenso kennen.
Dieser besagt nämlich,
“... unverhältnismäßig hohe Kosten liegen dann vor, wenn diese nicht durch Einsparungen, die in der Regel innerhalb von zehn Jahren erzielt werden können, erwirtschaftet werden können ...“
Fragen Sie Ihren Verwalter oder wer die Anschaffung auch vorschlägt, ob er Ihnen eine Berechnung über die Wirtschaftlichkeit solcher neuen Messgeräte vorlegen kann.
Erst dann sollten Sie bei einer Amortisationszeit von unter 10 Jahren dieser neuen bürokratischen Idee des Gesetzgebers zustimmen.
Ansonsten berufen Sie sich auf die §§ 9 Abs. 2 und 11, 1 b HkVO.
Und dann fordert der Gesetzgeber noch, das Erfassungsgeräte innerhalb der Wohnungen, die bereits vor dem 1. Juli l981 vorhanden waren, in moderne Geräte ausgetauscht werden. Das betrifft Heizkosten- als auch Wasserkostenverteiler. Auch dadurch sollen Sie zum sparsamen Energieeinsatz und zur Förderung unserer Wirtschaft angeregt werden.
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