Wurde diese Studie des Fraunhofer-Instituts vom 20.12.1985 bewusst von den maßgeblichen Stellen verheimlicht? Das ist die Frage, die es zu klären gilt, denn die Studie kam damals bereits zu dem Ergebnis, dass sich die gedämmten Außenwände nachteilig auf den Heizungsverbrauch ausgewirkt haben. Dies ist aktuell dem Fachmagazin „Immobilienwirtschaft“ 9/2012 zu entnehmen.
Hausgeld-Vergleich e.V. liegt die Studie vor, die damals Dr.-Ing. H. Werner und Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. habil. K. A. Gertis unterzeichneten.
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Die Redaktion der “Immobilienwirtschaft” mutmaßt, dass die Studie aufgrund unerwünschter Ergebnisse verschwunden war. Eine Außenstelle des Fraunhofer-Instituts in Holzkirchen untersuchte 1983 bis 1985 Wärmeschutz an Ziegelaußenwänden.

Der erste Untersuchungsbericht von 1983 fasste das Ergebnis zusammen:
Dämmstoffe dämmen nicht richtig, so die jetzige Beurteilung in “Immobilienwirtschaft”. Der damalige Institutsleiter, Prof. Dr.-Ing. habil. K. A. Gertis monierte in dieser Studie von 1983 Messfehler und lieferte eine weitere Studie vom 20.12.1985. Diese Studie galt jedoch bisher als verschollen.

Die deshalb nicht veröffentlichte Studie von 1985 unterstützte jedoch die Ergebnisse der 1. Studie. Die in der 1. Studie vorhandenen Wärmebrückenstellen bei den Testräumen wurden dabei beseitigt. Die Tabelle 6 der 2. Studie zeigt, dass die außengedämmten Testräume mehr Energie verbrauchen als die ungedämmten Räume. Die Massivwand speichert solare Erwärmung und kühlt nicht so schnell aus wie die gedämmte Wand. Aus der Studie ist ersichtlich, dass die gedämmte Wand rund 3% mehr an Energie benötigt als die ungedämmte. Die Redaktion“Immobilienwirtschaft” kam deshalb zu dem Ergebnis:

  • “Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung gibt es keinen messbaren Nutzen von Außenwanddämmungen.”
  • “Ein weiteres Ergebnis verblüfft. Außengedämmte Testräume verbrauchen sogar mehr Heizenergie als die ungedämmten Räume.”
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Zu ähnlichen Ergebnissen kam bereits eine Studie des Hamburger “GEWOS-Instituts von 1996. Dabei wurde der Heizungsverbrauch von Mehrfamilienhäusern im Zeitraum von 1984 bis 1992 untersucht. Bestätigt wurde solch ein Ergebnis bereits durch die Untersuchung von Prof. Fehrenberg, bei der ein gedämmtes Gebäude ebenfalls mehr Heizenergie über einen Zeitraum von 10 Jahren benötigte als das ungedämmte identische Hochhaus.

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang noch auf die Studie des Instituts für Bauforschung IFB Hannover. Danach benötigt man für die Instandhaltung eines konventionellen Mauerwerks 7,08 € und für eine gedämmte Fassade dagegen 16,43 € je qm im Jahr. Das bedeutet, dass bei den Überlegungen, ob eine Bestandsimmobilie gedämmt werden soll, diese höhere Zuführung zur Rücklage ebenfalls mit einfließen sollte.

Wer zu diesem Thema weitere Fragen hat, bei wem die Wohnanlage gedämmt werden soll oder bereits gedämmt wurde, kann sich an Hausgeld-Vergleich e.V. wenden: Tel.: 09154/1602, E-Mail: hausgeld-vergleich@t-online.de

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