Der erneute Vorstoß für Verwalter-Neueinsteiger eine Berufszugangsqualifikation gesetzlich vorzuschreiben, war dieses Mal u.a. mit der angeblichen "Erfordernis der energetischen Sanierung" der Bestandsgebäude verknüpft worden. Die Anfrage der Abgeordneten Michael Groß, Sören Bartel, Uwe Beckmeyer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD trug aus diesem Grunde mutmaßlich auch die Überschrift:
" Wohnungseigentümer zur energetischen Sanierung bewegen -
Immobilienverwaltung in die Verantwortung nehmen"
Ziel der Anfrage war aus Sicht von Hausgeld-Vergleich e.V. der Bundesregierung klar zu machen, dass eine erfolgreiche energetische Sanierung der Bestandsimmobilien bis zum Jahr 2050 angeblich nur über die Einführung zu Berufszugangsqualifikationen für Neueinsteiger zu sichern sei. So lautete es in der Vorbemerkung zur Anfrage deshalb auch:
"Eine entscheidende Rolle zur erfolgreichen Umsetzung von energetischen Sanierungen kann bei Wohnungseigentümergemeinschaften dem Immobilienverwalter zufallen."
Die Bundesregierung blieb jedoch bei ihrer früheren Meinung:
".... Die Einführung von Berufsqualifikationen stellt eine subjektive Berufswahlschranke dar. Für derartige Eingriffe in das Grundrecht der Berufsfreiheit bestehen nach ständiger Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts hohe Hürden. Sie dürfen nur insoweit erfolgen, wie der Schutz besonders wichtiger Gemeinschaftsgüter dies zwingend erfordert. Nach Auffassung der Bundesregierung soll es grundsätzlich der Wohnungseigentümergemeinschaft überlassen werden, wen sie als Verwalter für geeignet hält. Besondere Qualifikationsanforderungen würden die Möglichkeit verhindern, einen geeigneten Verwalter aus den eigenen Reihen der Wohnungseigentümer auszuwählen."
Es bleibt also dabei, dass es den Wohnungseigentümern überlassen bleibt, einen qualifizierten und ordnungsgemäß handelnden Verwalter auszusuchen und einen unseriösen durch Beschluss oder Gerichtsurteil abzulösen.
Sowohl bei der Auswahl als auch bei einer erforderlichen Abwahl können sich die betroffenen Eigentümer an einen Verbraucherschutzverein wie z.B. Hausgeld-Vergleich e.V. wenden.
Hausgeld-Vergleich e.V. gibt erneut zu bedenken, dass es ohnehin mit Berufsschranken für Neueinsteiger in den Verwalterberuf nicht getan ist. Aus der Beratungsarbeit von Hausgeld-Vergleich e.V. ist ersichtlich, dass es mit Neueinsteigern die geringsten Probleme gibt.
Statt dessen forderte Hausgeld-Vergleich e.V.
  • eine professionelle Kontrolle der vorhandenen Verwalter,
  • die Installierung einer(s) Ombudsfrau/mannes als neutrale Beschwerdestelle und
  • die punktuellen Änderungen des WEG zum Schutz der Wohnungseigentümer
(siehe MEINE WOHNUNG Nr. 2, Jahrgang 7).
Die gesamte Anfrage an die Bundesregierung und deren Antworten sind einsehbar unter:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/102/1710216.pdf
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