Nach Düsseldorfer und Kölner Eigentümern waren jetzt wieder die Stuttgarter Opfer eines Hausverwalters. Jetzt gelang es einer Stuttgarter Firma eine halbe Million € von den Konten der Eigentümer für sich abzuzweigen. Dazu addierten sich noch “Auftragsprovisionen” von 100.000,- € allein von einer Malerfirma.
Der 57jährige Besitzer einer Stuttgarter Firma musste sich wegen Untreue und Urkundenfälschung vor der 14. Strafkammer in Stuttgart verantworten. Der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Hartmut Schnelle stellte anlässlich dieses Falles klar, so war es einer Stuttgarter Zeitung zu entnehmen:
“Was in der Branche als Provision gilt, ist in Wahrheit Bestechung!”
Auch in diesem Falle hätten bereits vorhandene Zugangsvoraussetzungen zum Beruf des Immobilienverwalters den Schaden nicht verhindern können. Die Bietigheimer Immobiliengesellschaft war seit Jahren im Markt tätig und der Inhaber erfüllte auch die beruflichen Erfordernisse für die Ausübung eines Verwalteramtes.
Es haperte nicht an der Qualifikation, sondern wie überwiegend in solchen Fällen, an charakterlichen Defiziten der verantwortlichen Person, ordnungsgemäß zu arbeiten.

Da zudem der Griff in die Gemeinschaftskonten bei der üblichen Blauäugigkeit der Eigentümer keine Probleme macht und weil die Kontrollarbeit bei den Prüfungen auch hier ungenügend waren, konnte über mehrere Jahre Geld abgezweigt werden.
Und Bestechungsgelder werden überall dort erleichtert, wo man dem Verwalter die Auswahl der Handwerker und Dienstleister überlässt und darauf verzichtet, selbst als Eigentümer Gegenangebote zur Kontrolle der Preise einzuholen und den Auftragnehmer auszuwählen. Selbst auf so einfache organisatorische Schutzmaßnahmen wie Geldverfügungsbeschränkung nach § 27 Abs. 5 verzichten Eigentümer zugunsten der Verwalter.

Deshalb hielt ein Richter zutreffend den Eigentümern die Ursache für solche Fälle vor:

“Jedem Eigentümer ist bekannt, dass er sein Auto nicht ohne Fahrkenntnisse und Führerschein benutzen sollte. Aber trotzdem investieren nur sehr wenige Eigentümer Zeit und Geld in ihre Ausbildung, wie sie ihre wesentlich wertvollere Immobilie vor Schaden schützen können. Da ist mir unverständlich!”
Zurück