Der Verbraucherschutz-Verein “Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check e.V.” bemüht sich um systematische Kosteneinsparung bei den Wohnnebenkosten (Hausgeld für Eigentümer, Betriebsnebenkosten für Mieter). Der Verein führt dazu jährlich Kostenvergleiche (Hausgeld-Vergleiche und Hausverwalter-Checks) für Großregionen durch und ermittelt Durchschnittszahlen für die einzelnen Kostenbereiche. Sofern überhöhte Kosten bei Vergleichen oder Fehlentwicklungen festgestellt werden, unterstützt der Verein bei Maßnahmen zur Kostenreduzierung und zur Herstellung ordnungsgemäßer Verwaltung.
Dabei sollen die Probleme im gegenseitigen Verständnis möglichst konfliktfrei gelöst werden.

Der Verein verbreitet seine Erfahrungen in Ratgebern, im Internet, Verbrauchertipps in der Presse und durch Vorträge am regionalen Stammtischen, die zugleich den persönlichen Kontakt und den Erfahrungsaustausch über Missstände und deren Abhilfe fördern sollen.

Im Rahmen dieser Vereinszielsetzung wurde im zweiten Halbjahr 2010 die Durchführung der vom Verein ins Leben gerufenen “Stammtische für Wohnungsinhaber” regional ausgeweitet.
Und darüber gibt es folgendes zu berichten:

Stuttgart 29.9.2010

Der Verwalterin, Frau Heide Hunold, konnte im Rahmen dieser Veranstaltung der Verbraucherschutz-Award “Verwalter des Jahres” für ihren vorbildlichen fairen Umgang mit Eigentümern überreicht werden.
Nach der Übergabe erfolgte der Fachvertrag von Vereinsvorstand Norbert Deul über das leider immer aktuelle Thema “Wie kann man sich gegen unseriöse Verwalter wehren?” mit anschließender Diskussion über Einzelfälle in Stuttgart und Umgebung.
Der Teil 2 der Veranstaltung widmete sich dem aktuellen Energiekonzept der Regierung, das im Kostenfiasko für Wohnungsinhaber münden wird, wenn hier nicht in einer vernünftigen und durchdachten Weise neu justiert wird. Vereinsvorstand Deul kritisierte, dass Volksvermögen sinnlos in Plastikverhüllungen von Häusern verbaut werden soll, anstatt zunächst die Speicherungsfähigkeit alternativer Energien zu lösen, die in Hülle und Fülle mit der Sonne und Wind zur Verfügung stehen könnten. Nachdem die Bundesregierung ihr Konzept maßgeblich auf die Verhinderung menschlich verursachten CO2 stützt, das nur knapp über 3% weltweit ausmacht, seien die Ziele der Regierung wenig durchdacht und mutmaßlich von Lobbyisten zum Nachteil der Wohnungsinhaber ausgestaltet. Gegenwehr der Eigentümer und Mieter seien deshalb sinnvoll, um hier einen volkwirtschaftlich sinnvollen Weg zu beschreiten.
WEG- und Miet-Fachanwalt Paul Eckert informierte die Besucher anschließend über die aktuelle Rechtssprechung im WEG- und Mietrecht.

Nürnberg 8.10.2010
Mit einem Lichtbildervortag zeigte BVI-Immobilienverwalter Dipl.-Betriebswirt Manfred Ritter eigene praxisbewährte Methoden auf, bei denen mit geringen Investitionen die Betriebskosten, insbesondere im Energiebereich, maßgeblich gesenkt werden konnten. Für seinen Vortrag war deshalb das Thema “Wie ein guter Verwalter Ihr Vermögen betreut” mehr als angebracht.
Der Nürnberger Rechtsanwalt Ingo-Julian Rösch von der Kanzlei Härlein + Kollegen erläuterte die Energie-Einsparverordnung und gab einen Ausblick auf die zu erwartenden Verschärfungen. Dieses Thema war die Grundlage, sich wieder mit den Kosten zu beschäftigen, die sich daraus für den Wohnungsinhaber ergeben. Vereinsvorstand Norbert Deul stellte die düstere Kostenrelation zwischen Aufwand und tatsächlicher Energieeinsparung dar und verwies deshalb auf die Befreiungsmöglichkeit von der EnEV.
München 15.10.2010
Auf dieser Veranstaltung wurden nochmals die Gründe diskutiert, die zur Verleihung des “Schwarzen Schafes“ an den Verwalter Strahlhuber Immobilien Service GmbH führten. Die Verwaltung war der Einladung leider nicht gefolgt, so dass diese Verwaltung auch diese wiederholt angebotene Möglichkeit nicht genutzt hat, zur Sache Stellung zu nehmen und die Verleihung dieses Negativ-Preises eventuell abzuwenden.
Dipl.-Betriebwirtwirt Josef Huber erklärte das Energiekonzept der Bundesregierung und die Auswirkungen auf die Eigentümer und Mieter und stellte die Position von Hausgeld-Vergleich e.V. dar, die er bei seinem Besuch in Berlin auf der Sitzung der Arbeitsgruppe “Wohnungswesen” des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. vertreten hatte.
Baubiologin , Frau Almut Hullmann, knüpfte mit Ihrem Vortrag zum “Schimmel” an die Themen der Vorveranstaltungen an. Sie zeigte mit Ihrem Lichtbildervortrag die Gründe für die Schimmelentstehung auf und wies auf die gesundheitlichen Schäden und die Beseitigungsmöglichkeiten des Schimmels hin.

Düsseldorf 3.11.2010

Mit einem voll besetzen großen Saal zeigten die Besucher, dass der Verein mit den gewählten Themen ins Schwarze getroffen hatte.
Vereinsvorstand Norbert Deul schilderte anhand einer Checkliste, wie man sich gegen unzulässige Handlungen der Verwalter wehren kann.
Der WEG- und Miet-Fachanwalt Jörg S. Sprengel von der Kanzlei Dr. Schnorrenberg widmete sich dem “Ende des Verwalteramtes“.
Vereins-Beirätin Dr. Inge Karger stellte die provokante Frage, ob der Beirat “Handlanger” der Verwaltung oder Sprecher der Wohnungsinhaber sei. Dabei wurde festgestellt, dass der unglücklich ausformulierte § 29 Abs. 2 WEG Beiräte zur Rolle eines “Handlangers” verführen könnte, was natürlich nicht im Sinne der Gesetzgebers sein darf. Eine Gesetzesänderung in Richtung des § 111 Abs. 1 AktG wären deshalb für die Beiratsposition erforderlich.

München 11.11.2010
Die neuen rechtlichen Anforderungen der WEG-Jahresabrechnung nach dem BGH-Urteil V ZR 44/09 stellte WEG- und Miet-Fachanwältin Andrea Steinhilper mit ihrem informativen Lichtbildervortrag anhand eines praktischen Musters vor.
Vereinsvorstand Norbert Deul gab einen Überblick über die wichtigen Gründe für eine Verwalterabwahl, die von Gerichten bisher anerkannt wurden und beleuchtete Details einer Checkliste, wie die Einsicht in Abrechnungsunterlagen effektiv durchführt werden kann.
Deul gab wegen der hohen Hürden für die Ablösung aus wichtigen Grund deshalb die Empfehlung, in Verwalterverträgen die Ablösung “nur aus wichtigen Grund” nicht zu akzeptieren und statt dessen eine normale Kündigungsmöglichkeit auszuhandeln oder alternativ nur kurze Laufzeiten der Verwalterverträge zu akzeptieren.
Wie immer in München, mussten wieder im Anschluss die vielfältigen unzulässigen Handlungen von Verwaltern erörtert und Lösungsmöglichkeiten dafür gesucht werden.
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