“Schimmel breitet sich aus” so die Tageszeitung “DIE WELT”.
“Achtung Schimmelalarm“, beginnt der Ausgang eines Hausverwalters in München.
“Schimmel und kein Ende”, steht auf der Titelseite einer aktuellen Beirats-Zeitung.
Was ist also los in Deutschlands Wohnungen. Schimmel mindert den Ertragswert einer Wohnung. Wer ist für den Schimmel verantwortlich? Damit beginnt regelmäßig Streit. Der Mieter behauptet, es sei ein Mangel an der Bausubstanz vorhanden. Der Vermieter oder die anderen Eigentümer und der Verwalter werden behaupten, es liegt falsches Lüften und zu geringe Heizung vor.
Rechtlich ist es derzeit so:

Der Mieter hat zu beweisen, dass Schimmel vorhanden ist, was bereits durch in die Inaugenscheinnahme möglich ist. Sodann liegt die Beweislast beim Vermieter. Er muss beweisen, dass er eine zum Gebrauch geeignete Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Und hieran scheitern inzwischen immer mehr Vermieter an Gerichten, weil die erforderliche Lüftung durch Öffnen der Fenster bei einer luftdichten Wohnung auch beim normalen Bewohnen von vielen nicht mehr sicher gestellt werden kann.

So urteilte z.B. das Amtsgericht München in einem aktuellen Falle, dass bei Berufstätigkeit kaum mehr als 2 x Lüften zumutbar ist und dass man im Winter nicht bei geöffnetem Fenster schlafen müsse, nur um die feuchte Atemluft nach außen abzulüften. Nachdem massiver Schimmel in der Wohnung aufgetreten war, konnte die Miete zu 100% gemindert werden, weil für die Familie mit 3 Kindern Gesundheitsgefährdung herrschte und bereits Erkrankungen aufgetreten seien.

Kein Wunder also, dass bereits in der Bautechnik die “Rolle rückwärts” angeraten wird. Weg von der luftdichten Wohnung zur Zwangsbelüftung nach DIN, so jetzt die neue Zielrichtung der “Baufachleute“.

Und der Eigentümer ist wieder derjenige, der die Unausgegorenheit baulicher Verordnungen nach dem “neuen Stand der Technik” bezahlen kann und den nach der unsinnigen Luftdichtmachung “vollkommen unvorhersehbaren Vorschlag” zum Einbau von Lüftungssystemen der “Bauexperten“ mit einigen Tausend € bezahlen soll.

Erst Geld für den “Luftdichtheitsaktionismus” und jetzt für die “Undichtmachung” der dichten Wohnung! Da sehnt man sich nach Fenstern alter Bauart, alter Handwerkskunst und weitsichtigen seriösen Experten.

Wie schreibt da z.B. Prof. Dr.-Ing. Meier zutreffend:
“Es gibt hier zwei Möglichkeiten: Die von der Lüftungsindustrie offerierte Lüftungsanlage oder das undichte Fenster. Die Lüftungsanlage ist teuer und muss schon aus hygienischen Gründen immer gewartet werden. Das “undichte Fenster” ist die einzige kostengünstige Konstruktion, um den Feuchtestau der Raumluft zu vermeiden - eine uralte bewährte Lüftungsvariante.”
Und Bernd Blaufelder, Bundesgeschäftsführer des Bundes Deutscher Architekten in der “WirtschaftsWoche” vom 25.10.2010:
“..... , je dichter ein Haus wird, desto weniger kann die Feuchtigkeit entweichen. Die alten Kastendoppelfenster .... waren sehr intelligent konstruiert. Ein Haus muss atmen.“
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