Die Eigentümer streiten seit 2004 um eine dem tatsächlichen Heizungsverbrauch entsprechende Heizungsabrechnung. Der Verwalter hatte den Eigentümern gemeinsam mit der Firma Brunata elektronische Messgeräte an einer Einrohrheizung empfohlen. Die elektronischen Messgeräte nach dem Zweifühlersystem können die Abstrahlwärme der Rohre nicht mehr erfassen, was zu unakzeptablen Verbrauchsergebnissen führte. Das Amtsgericht München hat die betreffende Jahresabrechnung nach gutachterlicher Beratung für ungültig erklärt (Hausgeld-Vergleich e.V. berichtete über das Urteil). Ebenso erfolgte Ungültigkeitserklärungen für die folgenden Heizungskostenabrechnungen, die für die Mehrheit der Eigentümer erhebliche Kostenvorteile brachten, während einige Eigentümer, deren Wohnungen am Ende der Heizungsrohre lagen, dafür ein Vielfaches ihrer bisherigen Kosten bezahlen mussten. Nachdem die Mehrheit ihre Kostenvorteile behalten wollte, wurden Beschlüsse, die für einen Ausgleich bei der Kostenverteilung hätten sorgen können und Mediation von außen, wie das Problem zu lösen wäre, mit den Stimmen der begünstigten Mehrheit abgelehnt.

Nachdem somit für die Jahre 2004, 2005, 2006 und 2008 die Abrechnungsspitzen aus den Heizkostennachzahlungen fehlte und eine Lösung zu einer genehmigungsfähigen Heizungsabrechung nicht in Sicht war, kamen Verwalter und Beirat auf die Idee, die Liquiditätslücke mit einem Beschluss über eine Sonderumlage zu schließen. Ein Beschluss über einen parallelen Wirtschaftsplan erfolgte nicht, weil hier die Verwaltung und der Beirat wiederum eine Anfechtungsklage befürchtete.

Diesem Ansinnen hat das Landgericht München eine Abfuhr erteilt. Nachdem kein wirksamer Wirtschaftsplan 2009 beschlossen wurde, widerspricht ein Sonderumlagebeschluss ordnungsgemäßer Verwaltung. Die Sonderumlage ist eine Ergänzung des Wirtschaftsplanes, so die Kammer.

Auch das Landgerichtsurteil kann angefordert werden gegen 4,- € in Briefmarken bei:
Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn
Zurück