Der 1. Stammtisch in Nürnberg kann als voller Erfolg gewertet werden. Der Veranstaltungssaal des Bildungszentrums war voll. Neben Mitgliedern des Vereins waren viele neue Interessenten, Hausverwalter und Anwälte der Region erschienen, um sich die Vorträge anzuhören und anschließend an der Diskussion teilzunehmen.

Nach der Preisverleihung an Herrn Architekten Dipl.-Ing. Konrad Fischer erläuterte Vorstand Norbert Deul wie man mit Hilfe der Vergleichszahlen, die Hausgeld-Vergleich e.V. derzeit als einziger Verbraucherschutzverein jährlich gegen Ende Juni veröffentlicht, Einsparpotential bei den Wohnnebenkosten aufspüren kann. Sodann wurden die Wege aufgezeigt, wie man in diesen Bereichen wieder zu normalen Kosten gelangen kann. Ferner wurde das BGH-Urteil für die WEG-Jahresabrechnung anhand eines Beispiels erläutert.

Von herausragender Qualität war der anschließende Lichtbildvortrag vom Preisträger Dipl.-Ing. Konrad Fischer. Fränkisch humorvoll und für jedermann klar verständlich waren die Kernaussagen von Herrn Fischer, der seit vielen Jahren gegen den Plastikverpackungswahn” von Häusern und deren “Kaputtdämmung” kämpft und dabei wie kein anderer auf die Geldbeutel seiner Kunden achtet.

Seine Kernaussagen waren u.a.:

  • Die veröffentlichten Zahlen zu schimmeligen Wohnungen (3 Millionen!) sind eher untertrieben.
  • Das amtlich erzwungene Dämmen und Dichten ist deshalb ein gewissenloser Anschlag auf die Volksgesundheit.
  • Die allseits propagierte Stoßlüftung kann hohe Luftfeuchtigkeit nicht verhindern. Das geht nur durch ständigen Luftaustausch, wie es die gummilippenfreien Fenster alter Bauart ohne Behaglichkeitsstörung garantieren. Der bemängelte Luftzug wurde durch die Konvektions-heizung erzeugt.
  • Überdichte Wohnungen haben grundsätzlich höhere Luftfeuchtigkeiten. Dies führt zu mehr Lüftungsbedarf. Die Erwärmung feuchter Luft und durch Lüftung abgekühlter Luft bedeutet wiederum mehr Energiebedarf. Ich verweise auf die Langzeitstudie von Prof. Fehrenberg über Vergleichsdaten in Hannover. Dort hat die Dämmung über einen Messzeitraum von 10 Jahren zu keiner Einsparung beim gedämmten Haus geführt.
  • Der rechnerische U-Wert sagt nichts über die später tatsächliche Einsparung aus.
    Zahlreiche Fachleute stellen deshalb das Rechenwerk nach DIN 4108, EN 832, DIN 4701 infrage (siehe z.B. www.fewb.de).
  • Die Behauptung, dass WDVS-Wärmedämmung Schimmelbefall verhindert, widerlegt auch Prof. Gertis in “Klimawirkung und Schimmelpilzbildung in sanierten Gebäuden“, in “Bauphysik der Außenwände” (Berlin 1997), wo er von Schimmel in Bauwerken mit wärmetechnisch sanierten Fassaden berichtet.
  • Schimmel braucht Feuchte und die erhält er durch feuchterückhaltende Dämmkonstruktionen und schimmelfördernde Synthetikanstriche - eben durch moderne Bauweisen.
  • Ein Gütesiegel für eine Wohnanlage ist deshalb nicht eine WDVS-Dämmung, sondern “alte Handwerksqualität massiv und schimmelfrei gebaut”.
    Wohnungseigentümer sollten deshalb von den Ausnahme- und Befreiungsregelungen der EnEV Gebrauch machen (Hilfen erhältlich bei Hausgeld-Vergleich e.V.).

Kein Wunder also, dass Dipl.-Ing. Fischer mit seinem Vortrag den meisten Anwesenden das mitteilte, was nirgends in der Medienlandschaft zu finden oder von offiziellen Organen zu erfahren ist. Der Applaus der Zuhörer war deshalb Herrn Fischer sicher.

Wegen des runden Erfolges dieser ersten Veranstaltung, soll auch der Nürnberger Stammtisch fortgesetzt werden.
Zurück