in der Gaststätte Augustiner, Neuhauser Str. 27
Der Verbraucherschutzverein Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check e.V. hatte alle Wohnungsinhaber, Hausverwalter, Dienstleister für Wohnungseigentumsgemeinschaften und sonstige Interessierte zur Podiums-Diskussion geladen. Thema der Veranstaltung war
“Sind die Energie- und Wohnnebenkosten noch zu bezahlen
wie können wir uns dagegen wehren?”
Anlass für die Veranstaltung war auch die Ehrung des Verwalters und Stadtrats Marian Offman mit dem Verbraucherschutz-Award von Hausgeld-Vergleich e.V. Herr Offman wurde für seinen Einsatz für Verbraucherbelange gegenüber der Stadtwerken München SWM ausgezeichnet. Er verdient unseren Dank und unsere herzlichen Glückwünsche für seine Arbeit.
Zur Laudatio der sehr gut besuchten Podiumsdiskussion hatte sich Herr Staatssekretär Hans Spitzer vom Bayerischen Wirtschaftsminsterium angesagt und ebenso Vertreter der Presse sowie des regionalen Fernsehens. Die Podiumsdiskussion leitete Vereinsvorstand Norbert Deul. Die Diskussion gliederte sich in die Themenbereich Energie und sonstige Wohnnebenkosten sowie die spannende Frage: Welche Möglichkeiten der Verbraucher hat, zu günstigeren Kosten zu kommen.
Vorstand Norbert Deul wies auf die Problematik Kostenexplosion bei den Energiepreisen und die erheblichen Steigerungen auch bei den anderen Nebenkosten, auf die MwSt-Erhöhung bei dabei real rückläufigen Einkommen hin - eine unmögliche und unzumutbare Entwicklung, vor der verantwortungsvolle Personen nicht die Augen verschließen sollten. Er forderte deshalb die Diskussionsteilnehmer zu konstruktiven Vorschlägen auf, wie diesem Dilemma zu begegnen ist.
Hausverwalter und CSU-Stadtrat Marian Offman forderte die Stadtwerke auf, die Preise zu senken und ihre Preiskalkulation transparent zu gestalten. Die Durchleitungsgebühren, die versteckte Subventionierung anderer, energie-fremder Bereiche sowie die hohe Abgabe an die Stadt München würden hier Spielraum geben.
SPD-Stadtrat Dr. Thomas Lange, zugleich Vorstand des Mietervereins München e.V., war hier anderer Meinung. Er vertrat die Auffassung, dass kein Spielraum für Preissenkungen vorhanden sei. Norbert Deul wies auf die günstigeren Gaspreise in Hannover, Berlin und Hamburg, in Frankreich und England und ferner auf die seiner Meinung nach “unanständig hohen Gewinne” bei den vier großen Versorgern E.on, RWE, Vattenfall und EnBW. Herr Dipl. Betriebswirt Walter Dürr erläuterte, dass seine Gemeinde keine günstigere Einkaufspreise erhalten würde und deshalb kein Spielraum für Preissenkungen vorhanden ist.

Das war das Motto der Veranstaltung


Teilnehmer der Diskussion von links:
Marc Popp, Dr. Thomas Lange, Walter Dürr
Insgesamt wurde jedoch klar, dass weitere Erhöhungen von Seiten der Erzeuger und den Vertriebsfirmen durchgesetzt werden würden und dass sich Energie nach derzeitigen Wissensstand weiter verteuern wird. Es sind zwar in der nächsten Zeit Preissenkungen zu erwarten (zwangsweise Senkung der Durchleitungsgebühren, Anpassung an den sinkenden Ölpreis). Die Preisbindung des Gases an den Ölpreis wurde von Norbert Deul infrage gestellt, da eine Kopplung in der heutigen politischen Lage nicht mehr nicht plausibel ist. Er forderte einen Wettbewerb der Energienarten. Hier waren die Meinungen konträr.
Von Marian Offman und Norbert Deul wurden der Zusammenschluss zu Einkaufsverbänden angeregt, um bessere Konditionen zu erhalten. (Siehe auch “Gründung eines Energie-Einkaufspools unter Menü “News und Info” und “Gas-Pool“ der Zeitschrift Guter Rat unter Menü “Tipps zum Sparen”).
Zum Teil II der Diskussion verwies Norbert Deul auf die in München total unterschiedlichen sonstigen Nebenkosten. Sie reichen nach den Erhebungen von 2,56 € je qm Wohnfläche/Monat bis zum Extremfall von sagenhaften 10,33 €. Er schilderte, dass sehr häufig Hausverwaltungen mit besonders hohen Kosten Einsicht in Abrechungsunterlagen verweigern würden und er bat die Juristen um Vorschläge, wie Verbraucher ihrem Recht kommen können.
WEG-Anwalt Dr. Kurt Klassen erläuterte die grundsätzlichen Rechte auf Einsichtnahme und wies darauf hin, dass Änderungen ohne Mehrheit bei den Abstimmungen schwierig sind. Er empfahl deshalb “Klingelputzen” um Mehrheiten zur Abwahl bestimmter Verwalter zusammen zubekommen.
Rechtsanwalt Marc Popp erläuterte, wie wichtig es ist, dass Beschlüsse “bestimmt” sind, also genau das ausdrücken, was gewollt wird.
Richter Dr. Jochen Bender erklärte die geplanten Veränderungen zum WEG und wies auf die wesentlich höheren Streitgebühren nach ZPO hin. Er empfahl deshalb den dringenden Abschluss von Rechtsschutz-Versicherungen, da künftige Verfahren arm machen können und Richter zukünftig weniger erfahrenen Eigentümern nicht mehr Amtsermittlungshilfe leisten können.

Weitere Diskussions-Teilnehmer von links:
Dr. Bender, Dr. Klassen, Stadtrat Offman
Danach hatten die Besucher noch Gelegenheit, an die Referenten ihre Detailfragen zu Problemen zu stellen. Es wurde angeregt, die gelungene Veranstaltungen auch mit anderen Themenbereichen in München zu wiederholen.
Dies hat Hausgeld-Vergleich e.V. für München und andere Städte zugesagt.
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