Thema der 1. öffentlichen Diskussion am 4.3.2010 im randvoll besetzten Rhaetenhaus in München war das Positionspapier von Hausgeld-Vergleich e.V. (Inhalt siehe unter Rubrik “Erfahrungsaustausch”, dort “Öffentlicher Aufruf zur Diskussion” .....).

Ziel der Diskussion war laut Hausgeld-Vergleich e.V. Vorstand Norbert Deul die Eröffnung eines fairen, aber auch offenen Gedankenaustausches darüber, was sich im Sinne einer Wertschätzung der Eigentumswohnung bei deren Verwaltung und den gesetzlichen Grundlagen ändern müsste. Deul war der Meinung, dass diese Diskussion ergebnisoffen geführt werden sollte, da sich die Vorstellungen des einzelnen Eigentümers oder auch die von Hausgeld-Vergleich e.V. auf die gleichermaßen berechtigten Interessen der Verwalter, der Politik und der Juristen abzustimmen haben, um zunächst eine Konsensfähigkeit der Forderungen auszuloten.

Zur Diskussion wurden deshalb auch Persönlichkeiten aus allen betroffenen Bereichen geladen. Für die Politik war Frau Professor Ursula Männle, Mitglied des Landtages, zuständig für Bundes- und Europaangelegenheiten, erschienen. Die Interessen der Hausverwalter wurde von den Herren Marian Offman (zugleich Münchner Stadtrat) und Bernd Schifer vertreten. Als Juristen waren die Herren Dr. Wolf-Dieter Deckert, Dr. Kurt Klassen und Alexander Tauchert anwesend. Und die Eigentümerseite vertraten Dr. Alfons Fischer und Vorstand Norbert Deul.

Vorstand Deul führte eine Reihe von Beispielen an, was sich nach seiner Ansicht dringend ändern müsse, darunter auch fehlerhafte Ansätze im Gesetz, wie z.B. die einseitige Beschreibung der Beiratsaufgaben im § 29 Abs. 2 WEG. Dr. Deckert schilderte aus seiner Sicht die ernorme Mehrbelastung der Verwalter durch neue Zusatzaufgaben, wie z.B. auch die neue Rechtsprechung des BGH zur Jahresabrechnung. Er warb für mehr Verständnis für die Verwalter, aber anderseits auch für noch mehr Aufklärung der Eigentümer. Deul bestätigte, dass es viele gute Verwalter gäbe, wie z.B. Herrn Offman, der sich parallel um niedrige Energiepreise für die Eigentümer und Mieter bemüht. Hausverwalter Schifer bestätigte allerdings die Vermutung, dass es bei Auftragsvergaben nicht immer ordnungsgemäß zugehen würde. Dr. Klaasen wies auf die Überlastung der Gerichte und die Fehlerhaftigkeit der Urteilsabfassungen vermutlich aufgrund dieses Zustandes hin. Frau Prof. Männle sah für die Forderung von Deul und der Juristen, dass die Zahl der Richter aufgestockt werden müsse, wegen der derzeitigen Haushaltslage wenig Chancen. Rechtsanwalt Tauchert konnte sich mit den Forderungen aus dem Positionspapier identifizieren und Dr. Fischer sah Probleme bei der Qualifikation vieler Beiräte, die teilweise für die Ämter nicht geeignet sind. Die Veranstaltung konnte wegen der Masse der zu erörternden Themen nur einen ersten Einstieg darstellen und noch nicht zu konkreten einvernehmlichen Lösungsansätzen führen. Alle Anwesenden erhielten den Teil des Positionspapier von Hausgeld-Vergleich e.V. ausgehändigt, der den Grund für die Veränderungen und die Änderungsziele umfasst. Obwohl das Positionspapier von Hausgeld-Vergleich e.V. noch nicht umfassend ausdiskutiert werden konnte, wurde es dennoch von der überwiegenden Zahl der auf der Versammlung anwesenden Eigentümer durch ihre Unterschrift inhaltlich unterstützt. Das Thema wird auf dem nächsten Münchner Wohnungsinhaber Stammtisch am 15.4.2010, 19.00 Uhr, am gleichen Ort, weiter behandelt. Dann soll vor allem den Eigentümern mehr Raum zum eigenen Beitrag eingeräumt werden, was dieses Mal wegen der großen Besetzung am Diskussionstisch noch nicht im erforderlichen Maße möglich gewesen war. Ähnliche Diskussionen sind auch in anderen Großstädten derzeit geplant.

Dr. Klassen fordert mehr Richter für München Frau Prof. Männle zur schwierigen Haushaltslage
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