Wurde gerade erst im Dezember 2009 bekannt, dass ein Hausverwalter in Stuttgart die Rücklagenkonten von Wohnungseigentümer abgeräumt hatte (siehe Bericht unter Rubrik “Für die Presse” vom 16.12.2009), so wurden jetzt vergleichbare Fälle in München bei drei Verwaltungen bekannt.

So konnte eine langjährig tätige und bisher angesehene Verwaltung, die auch einem Verwalterverband angehörte, der Versuchung nicht widerstehen. Auch hier hatten die Eigentümer und die für die Prüfung zuständigen Verwaltungsbeiräte über einen längeren Zeitraum nichts bemerkt. Insgesamt soll sich der Schaden auf ca. 500.000 € belaufen. Die leider noch verbreitete Meinung, solche Unregelmäßigkeiten würde es nur bei Verwaltern ohne Befähigungsnachweis und Berufsausbildung geben, ist demnach falsch.

In zwei weiteren Fällen kam es bei anderen Verwaltern ebenfalls zu Geldschwund.
So muss jetzt z.B. in einer kleinen Wohngemeinschaft jeder Eigentümer vorerst rund 7.693 € abschreiben in der Hoffnung, dass über einen Gerichtstitel 30 Jahre lang in das Vermögen der für den Geldklau verantwortlichen Personen vollstrecken werden kann.
Nachdem diese verantwortlichen Personen Mahnbescheiden widersprochen haben, müssen die Eigentümer nun erst in Geldvorlage wegen des deshalb erforderlichen Gerichtsverfahrens gehen. Das bedeutet für jeden der Eigentümer einen weiteren Geldbetrag von fast 1.000,- € für die Anwalts- und Gerichtskosten, den es jetzt vorzuschießen gilt.
Ob die 7.693 € und die Verfahrenskosten je Eigentümer wieder hereinzubekommen sind, ist ungewiss. Jedenfalls kann ein Titel 30 Jahre gegen die Verantwortlichen der Münchner Hausverwaltungen vollstreckt werden. In der Hoffnung liegt die Kraft.

Wer den Verdacht hat, dass bei den Kontoverläufen oder der Zahlungsweisen bei Verwaltungen Auffälligkeiten vorhanden sein könnten oder Einsicht in die Original-Kontoauszüge verweigert wird, sollte sich sofort an Hausgeld-Vergleich e.V. wenden und solche Verwalter sofort zum Schutz anderer Eigentümer benennen.

Verwaltungsbeiräte sollten sich davor hüten, ihre Prüfungen lax zu betreiben und auf die Kontrolle der Kontoauszüge zu verzichten.
In einem Düsseldorfer Fall wurden die Beiräte zum Schadensersatz an die anderen Eigentümer verurteilt, nachdem beim Verwalters nicht mehr zu holen war.
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