Als Ort für diese 17. Verwalter-Festlichkeiten wurden in diesem Jahr die Räumlichkeiten der Meistersingerhalle in Nürnberg ausgewählt. Den rund 350 Besuchern wurde vom DDIV-Vorstand und der Geschäftsführung ein sprühendes Veranstaltungs-Feuerwerk präsentiert, bestehend aus
  • Fachvorträgen ausgewählter, bekannter Referenten,
  • Schulungen in Arbeitsgruppenforen,
  • Infoständen von Dienstleistern und Lieferanten der Immobilienbranche
  • sowie einem abrundenden Veranstaltungsprogramm vom Showabend über den Verwalterball mit Galadiner bis zum Golftunier.

Inhaltlicher Höhepunkt waren aus Sicht von Hausgeld-Vergleich e.V. die brillanten Vorträge der Fachanwalte Dr. Wolf D. Deckert und Prof. Dr. Rüdiger Bub sowie des “Papstes für erneuerbare Energien”, Franz Alt. Dr. Wolf D. Deckert wies auf die Risiken für Verwalter hin, die sich aus dem § 49 Abs. 2 des Wohnungseigentumsgesetzes ergeben, wonach dem Verwalter Kosten eines Gerichtsverfahrens auferlegt werden können, wenn ihn an diesem grobes Verschulden trifft. Prof. Wolf-Rüdiger Bub erläutere Details zum Mietrecht, das auch Verwaltern geläufig sein muss. Er wies auf Überschneidungen von Miet- und Wohnungseigentumsrecht hin, bedauerte die fehlenden rechtlichen Abstimmungen zueinander und mahnte diese an.

Passend zur Verschärfung der EnEV in diesem Jahre war der Referent Franz Alt ausgewählt worden, der mit einer kaum zu übertreffenden Eigenbegeisterung für die drei großen “E” (Energieeffiziens, erneuerbare Energien und Energieeinsparung) warb. Dabei war sein Schwerpunkt die Propagierung der Solarenergie aus der unerschöpflichen Quelle Sonne, die nach seiner Ansicht unsere Energiepobleme zu lösen vermag. Er erinnerte an die vorbildlichen Leistungen und Erfindungen der Deutschen in früheren Jahren und zeigte auf, dass wir in Sachen alternative Energien von anderen Ländern überholt werden. Er forderte deshalb ein Umstoßen von Denkbarrieren, die uns Deutschen und insbesondere unserer Bürokratie anhaftet. Zugleich gab er allen Besuchern zum Abschluss der Veranstaltung die Botschaft mit, dass jeder Großes vor Ort leisten kann und auch die persönliche Pflicht hat, den großen drei “E” in den kommenden Jahren Priorität einzuräumen.

Wer sich während und nach diesem Vortrag die teilweise skeptischen Gesichter der zuhörenden VDIV-Verwalter ansah, konnte deren Gedanken erahnen, die sich an den finanziellen Ressourcen vor Ort und an betriebswirtschaftlicher Nüchternheit zu orientieren haben. Wird es in den Eigentümerversammlungen möglich sein, einer Mehrheit von Eigentümern zu vermitteln, die seit Jahren Realeinkommensverluste bei steigenden Kosten zu verkraften haben, dass sie in unwirtschaftlich produzierende Klein-Solaranlagen investieren sollen, deren Subventionierung sie dann noch über einen erhöhten Strompreis mitbezahlen müssen?

Oder sollte die Lösung zum Klimaschutz, CO²-freie Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren und diese speichern zu können, nicht eine erste Staatsaufgabe sein?
Und ist es richtig, statt dessen die Montage unrentabler Kleinanlagen in einer betriebswirtschaftlich unverantwortlichen Weise weiter zu propagieren und zu subventionieren?
Und ist es richtig, zur Schadensbegrenzung verfehlter Klimapolitik in den vergangenen Jahrzehnten, Einzelgruppen mit dünnen Geldbörsen zu voraussehbar unrentablen Maßnahmen zu verführen, so wie das derzeit allerorten geschieht.
Denkbarrieren müssen aufgebrochen werden. Ja, aber zuerst in den klugen Köpfen unserer Politiker und der Personen, die unsere Politiker derzeit beraten.
Denn dort wo die großen Denker fehlen, kann diese das Volk finanziell nicht ersetzen.
Norbert Deul
Aussteller Haufe
Aussteller Haufe: Fachliteratur und Hilfen für Verwalter
Aussteller Ista
Aussteller Ista: Premium-Partner des DDIV
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