Am Bericht in den „Weinheimer Nachrichten“ vom 18.9.09 ist nichts Sensationelles, denn dass Geld der Wohnungseigentümer überall in Deutschland verschwindet, ist nicht neu. Interessant ist nur an dieser Sache, dass Eigentümer und Beiräte verschiedenster Wohnanlagen jahrelang wieder nichts bemerkt haben.
Hausgeld-Vergleich e.V. predigt nämlich seit Jahren:
1. Kontrolle ist besser und
2. Kontoverläufe prüfen.
Bleibt der beste Lehrmeister tatsächlich nur der eigene Schaden?
In diesen Falle verhängte das Landgericht Frankenthal dem Hausverwalter endlich eine satte Strafe von 4 Jahre und neun Monate Haft, nachdem die vielen anderen Fälle zum Bedauern häufig glimpflicher für die Verwalter ausliefen.
Es ist zu hoffen, dass dieser Fall präventiv wirkt.

In über 120 Einzelfällen hatte der Hausverwalter aus Schifferstadt die Konten verschiedener Eigentümergemeinschaften in seiner Region geschädigt. Jahrelang gingen die Betrügereien Gut, weil keiner diese Manipulationen entdeckte. Ein Fall, der wieder einmal zeigt, wie leicht es zum xten-Male einem Verwalter gemacht wird, in fremde Kassen zu langen.

Anstatt einen Verwalter systematisch mit mehreren wechselnden Eigentümern zu kontrollieren, überlässt man diese Arbeit zu gerne jahrelang tätigen Beiräten, die oft bei Prüfungen gar nicht wissen, auf was es eigentlich ankommt oder die im Laufe der Jahre einfach nachlässig geworden sind. Es werden Kopien als Prüfunterlagen akzeptiert. Niemand prüft, ob die Firmen, die Rechnungen erstellt haben, auch existieren und ob die abgerechneten Leistungen tatsächlich erbracht wurden. Es wird auf die Kontrolle der Versicherungsfälle und -leistungen verzichtet. Niemand denkt daran, dass eine Kontrolle der Kontoverläufe in Verbindung mit der rechnerischen Rücklage sofort Indizien liefert, ob Geld fehlt.

Hausgeld-Vergleich e.V. weist deshalb nochmals auf einige bisher bekannten Methoden hin, mit denen sich Hausverwalter “bedienen” können:

Es werden Leistungen zu überhöhten Preisen eingekauft. Die begünstigte Firma revanchiert sich mit Provisionszahlungen für die überhöhten Preise (System Schmiergelder).
Kontrolle:
Angebote in Kopie verlangen und auf dieser Leistungsbasis Gegenangebote einholen (in kleinen Gemeinden Angebote aus Nachbarorten).
Es werden als Prüfunterlagen nur Kopien vorgelegt, die in beliebiger Weise manipuliert werden können.
Kontrolle:
Auf der Vorlage von Originalen bestehen.
Es werden Originale vorgelegt, die Leistungen enthalten, die tatsächlich nicht erbracht wurden.
Kontrolle:
Zunächst durch Anruf prüfen, ob die Firma auch tatsächlich existiert. Beweise dafür verlangen, dass die abgerechneten Leistungen auch erbracht wurden (Regiezettel, Bautagebuch, Lieferscheine der Firma bzw. des Zulieferers zusätzlich fordern, Vorortprüfung).
Versicherungsleistungen fließen nicht an die Gemeinschaft.
Kontrolle:
Versicherungsfälle mit -leistungen abstimmen.
Strom und Kaltwasser der Heizungsabrechnung wird 2-fach abgerechnet.
Kontrolle:
Prüfen, ob die Strom– und Wasserkosten in der Gesamtabrechnung um den Teil, der in der Heizungsabrechnung enthalten ist, reduziert wurde.
Es gibt Sammelüberweisungen, die nicht mehr zeigen, wer Geld bekam.
Kontrolle:
Höchste Vorsicht! Einzelüberweisungen dazu zeigen lassen, wie sich die Endsumme ergibt.
Genaue Angaben zu den Kontenbeständen fehlen:
Kontrolle:
Prüfung nach der Kontoverlaufs-Checkliste© von Hausgeld-Vergleich e.V. (anfordern gegen 2,20 € in Briefmarken unter Tel. 09154/1602).
Melden Sie bei einem Verdacht vertraulich an Hausgeld-Vergleich e.V.
Wir helfen Ihnen mit besten Kräften: Tel.: 09154/1602

Siehe auch Hinweise unter Menü “Unsere Leistungen”
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