Wohnungseigentümer wurden in den letzten Jahren mit einer Flut von Verordnungen und neuen Gesetzen überrollt, die regelmäßig neue Unsicherheit, mehr Verwaltungsaufwand und das Zwangskorsett, was zu tun ist, für den Wohnungseigentümer immer enger ziehen.
Regelmäßig enden diese Regelungen mit einem Anschlag auf den inzwischen dünn gewordenen Geldbeutel des Eigentümers. Personen ohne Geldreserven, kann deshalb der Kauf einer Wohnungsimmobilie derzeit nicht mehr empfohlen werden.

Während man in früheren Jahren gelöst in eine Eigentümerversammlung gehen konnte, wird man heute regelmäßig mit neuen Auflagen des Gesetzgebers konfrontiert, die die frühere Freude an einer Immobilie inzwischen verleiden. Man hat das Gefühl, dass der Wohnungseigentümer von praxisfernen Bürokraten zum Zahlesel unfunktioniert werden soll.

Welcher vernünftig denkende Eigentümer würde z.B. 80% noch intakter Fenster dem Müll zu führen, wenn nur 20% der Fenster z.B. an der Wetterseite zu erneuern sind. Solchen und ähnlichen wirtschaftlichen Unsinn verlangt von uns jedoch der Gesetzgeber in der EnEV § 9 seit der Fassung vom 24.7.2007.

Es wird die Anschaffung eines Energieausweises für die Wohnanlage angeordnet, der keinerlei Aussagekraft über den Energieverbrauch der einzelnen Wohnung hat. Und dann wird der Eigentümer oder Vermieter gezwungen, einen für die einzelne Wohnung unzutreffenden Energieausweis dem Mieter oder Käufer vorzulegen, um sich damit eventuell wegen bewusster Irreführung haftbar zu machen.

Hausgeld-Vergleich e.V. mahnt deshalb bei der Gesetzgebung für das Wohnungseigentum mehr Praktikerwissen und Zurückhaltung an. Der Schaden, der durch handwerkliche Fehler bei der Gesetzgebung bereits entstanden ist, muss gestoppt werden. Und es muss endlich Verbraucherschutz in der Gesetzgebung zum Wohnungseigentum integriert werden.

So wird z.B. die geplante EnEV 2009 mit ihrem drastischen Verschärfungen, die für Mitte dieses Jahr geplant ist, einen Verlust an bisher möglichen KfW-Fördermitteln bringen. Denn mit den höheren Anforderungen der EnEV werden die Möglichkeiten, KfW-Fördermittel zu erhalten, weiter erschwert.

Hausgeld-Vergleich fordert deshalb eine Verschiebung der EnEV 2009 und eine Abstimmung mit den KfW-Fördermitteln auf die derzeitigen finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer. Gesetzgeberische Hektik ist in der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit fehl am Platz zumal die Kyoto-Ziele in Deutschland bereits in 2008 unterschritten wurden.

Norbert Deul - Vorstand

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