Vor einigen Jahren gab es noch die gute Idee in der Politik, den Regulierungs-Aktionismus einzudämmen. Derzeit gilt es nur noch, den Energieverbrauch und Dilletantismus in der Finanzwelt und Wirtschaft zu dämmen.

Deshalb wird sparsames Nutzerverhalten beim Heizen belohnt und dafür bedarf der Bürger einer neuen Regulierung, weil er ohne die neue Heizkosten-Verordnung nicht richtig sparen kann - so vermutlich das Gedankengut unserer Bundesregierung.

Und somit sind wir nach dem novellierten WEG vom 1.7.07, dem 2. Paket des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) vom 16.6.2008, dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vom 7.8.2008 nun auch mit der novellierten Heizkosten-Verordnung vom 1.1.2009 beglückt worden.
Vielen Dank.

Artig bedanken sich Heizungsablesefirmen wie z.B. Ista:
“Die Bundesregierung geht mit der neuen Heizkostenverordnung den richtigen Weg.
… Wir begrüßen diese Entscheidung….”.
Neue Aufträge in Sicht?

Und was bringt uns jetzt die neue Heizkosten-Verordnung?
Die bisherige übliche Wahlfreiheit beim Verteilungsschlüssel zwischen 50-70% nach Fläche wird eingeschränkt. Künftig ist für Gebäude,
  • die die Wärmeschutzverordnung vom 16. August 1994 nicht erfüllen (dumme Frage von Hausgeld e.V.: Welcher Eigentümer kennt die Verordnung 1994 noch und welcher Eigentümer oder Hausverwalter kann ohne Gutachter beurteilen, ob die Wohnanlage den damaligen Anforderungen entspricht?),
  • die mit Öl und Gas versorgt werden,
  • deren freiliegende Leitungen der Wärmeverteilung überwiegend gedämmt sind

nur noch der Verteilerschlüssel 30% nach Fläche und 70% nach Verbrauch anzuwenden. Mittellagewohnungen, die ohnehin von den Heizungen der Außenwohnungen profitieren, werden dann nochmals belohnt. Und die benachteiligten Außenlagenwohnungen werden zusätzlich belastet. Zeitgemäßer Egoismus wird auch hier belohnt.
Eine wirklich gute Idee, fragt sich hier Hausgeld-Vergleich e.V.?

Für Passivhäuser (unter 15 kWh je qm Wohnfläche und Jahr) kann die Verbrauchserfassung entfallen.

Die rechnerische Erfassung des warmen Wassers (bisher üblich) ist ab 2013 durch neue Wärmemengenzähler zu messen und deshalb gibt es neue Aufträge für die Wärmemessfirmen.

Das Ablese-Ergebnis soll dem Nutzer innerhalb von 1 Monat mitgeteilt werden.

Einen echten Vorteil bringt der § 11:
Erstmals wurde eine erforderliche Amortisationszeit von 10 Jahren festgeschrieben!
Zurück