Sind Sie damit einverstanden, dass ein Hausverwalterverband
von Ihren Lieferanten und Dienstleistern
”Sonseringbeiträge” annimmt ?
In der letzten Ausgabe unserer Verbraucherschutz-Zeitung ”MEINE WOHNUNG” hatten wir darüber berichtet, dass der VDIV, Verband der Immobilienverwalter Bayern e.V., Gesellschafter beim Versicherungsmakler VDIV Incon GmbH ist. Dazu hatten wir bereits Stellungnahmen von Ihnen erhalten.
Heute stellen wir Ihnen die Frage, ob Sie es in Ordnung finden, dass ein Hausver-walterverband von Ihren Lieferanten und Dienstleistern Sponseringbeiträge annimmt.
Hausgeld-Vergleich e.V. hat erfahren, dass der DDIV (Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e.V.) mit Firmen, die Lieferanten und Dienstleister von Wohngemeinschaften sind, erfolgreiche Gespräche über Sponseringbeiträge führte. Der Präsident des Verbandes äußerte in diesem Zusammenhang:
”Die Sponseringbeiträge sind ein wesentlicher Teil unserer Einnahmen.”
Hausgeld-Vergleich e.V. konnte ferner erfahren, dass Lieferanten wie z.B.
E.ON Bayern AG (Energien),
Brunata Metrona (Wärmemessdienst),
Hausbank München, (WEG-Konten, Rücklagenverzinsung, Verwalterabrechnungsprogramm),
Telecolumbus (TV-Dienstleister),
Porsche GmbH (Fenster und Türen),
Schmölz GmbH (Objektausstatter) und
Archilex (Ingenieurleistungen)
zu den ”Sponsoren” des DDIV gehören, um nur einige zu nennen.
Neben der Zusammenarbeit mit ”Sponsoren” pflegt der DDIV auch die Zusammenarbeit mit ”Premiumpartnern” und ”Kooperationspartnern”.
Nachdem die Art der Zusammenarbeit auf den Internetseiten des DDIV und seiner Landesverbände (VDIV) für Nichtmitglieder nicht transparent ist, haben wir uns deshalb erlaubt, die Geschäftsführung des Dachverbandes in Berlin mit folgendem Wortlaut anzuschreiben:
”Nachdem Sponsorenbeiträge sich in der Regel zum einen kostenerhöhend auswirken und
b) anderseits die Auftragsvergabe des Gesponserten beeinflussen können,
bitten wir Sie um folgende Auskünfte:
  1. Ist es zutreffend, dass der DDIV oder seine Landesverbände ”Sponseringbeiträge” von Firmen erhalten, die Aufträge von Immobilienverwaltern erhalten?
  2. Wenn ja, in welcher Form und in welcher Höhe erhalten Sie derartige Beiträge?
  3. Wenn ja, welche Leistungen erhalten die Sponsoren vom DDIV oder von den Immobilienverwaltern?
Ferner haben wir im Internet gesehen, dass zusätzlich zur angeblichen Möglichkeit des Sponserings noch die Premiumpartnerschaften und die Kooperationspartnerschaften bestehen.
Hier bitten wir ebenfalls um Erläuterungen über den Inhalt der gegenseitigen Beziehungen”
Eine Antwort auf unser Schreiben vom 19.12.2007 an den DDIV haben wir bis zum 19.1.2008 noch nicht erhalten. Sobald wir eine Stellungnahme erhalten, werden wir Sie über den Inhalt informieren.
Nun sieht man in Deutschland entsprechend dem modernen Zeitgeist vieles nicht mehr so eng, wie dies frühere Generationen beurteilt hätten. Hausgeld-Vergleich e.V. möchte aber Ihre aktuelle Meinung zum Sponsering durch Lieferanten/Dienstleister erfahren, um dann bei Erfordernis entsprechend zu reagieren. Dabei legen wir größten Wert darauf, nicht ungerecht oder überzogen zu reagieren. Deshalb wollen wir erst Ihre Meinung hören, da es letztlich nur auf diese ankommt.
hier ankreuzen
Mich stört solches Sponsering nicht. O
Ich akzeptiere solches Sponsering, da man dagegen ohnehin nichts machen kann. O
Das Verhalten eines Verbandes und solcher Lieferanten/Dienstleister ist nicht hinnehmbar. O
Ich meine, solche Sponseringbeiträge sind an die Eigentümer weiterzuleiten, genauso wie Auftragsprovisionen. O
Siehe dazu noch meinen beigefügten Kommentar. O
Einsenden an:
Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn
Fax: 09154/914721, E-Mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
Unabhängig von Ihrer Meinung können Sie auch Ihren VDIV-Verwalter (erkennt man Logo des Verbandes auf dem Briefbogen des Verwalters) auch um seine Stellungnahme zu diesem Thema bitten.
Sofern er dazu an Sie persönlich die Auskunft verweigern sollte, besteht die Möglichkeit Ihre Bitte um Auskunft in Rahmen der Eigentümerversammlung zu wiederholen.
Eine Auskunftspflicht besteht rechtlich auf jeden Fall gegenüber der Gemeinschaft.
Hinweise zur Entscheidung:
  • Beim Abschluss von Versicherungen oder sonstiger Aufträge ist der Verwalter nicht berechtigt, anstelle der Wohngemeinschaft persönlich Provisionen oder Auftragsvermittlungshonorierungen anzunehmen. Tut er dies trotzdem ohne Kenntnis der Wohngemeinschaft, kann dies die Abberufung aus wichtigem Grund und seine fristlose Kündigung rechtfertigen. Der § 676 BGB sagt dazu: Der Beauftragte ist verpflichtet, dem Auftraggeber alles, was er zur Ausführung des Auftrages erhält und was er aus der Geschäftsbesorgung erlangt, herauszugeben (z.B. OLG Düsseldorf, 3 Wx 492/97)
  • Aus dem öffentlichen Leben sind Sponsoren nicht wegzudenken. Ohne Sponsoren wären die Angebote im Bereich Sport, Kultur, Soziales und Bildung wesentlich ärmer. Daher ist das Engagement privater Geldgeber in diesem Bereichen zu loben. Es wäre weltfremd zu denken, dass Sponsoren keine unternehmerischen Ziele mit ihrem Sponsorenbeiträgen verfolgen. Gegen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit wird hier niemand etwas einzuwenden haben. Klare Richtlinien und Transparenz sind aber dann erforderlich, wenn es um Versuche der Einflussnahme auf Entscheidungen zu Aufträgen geht. Nicht ohne Grund werden deshalb transparente Sponsorenrichtlinien allerorten gefordert.
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