Es ist nicht leicht, auf Kritik souverän zu reagieren. aber gerade für den Beirat wichtig. Damit zeigt der Beirat, dass er seine Neutralität gegenüber allen Miteigentümern bewahrt hat und auch seine Rolle als Mittler zwischen Verwaltung und Eigentümern ausfüllen kann. Vielen Beiräten fehlt die Kunst, auf Angriffe in Eigentümer-Rundschreiben im Sinne einer sachlichen Aufklärung deeskalierend zu reagieren.
Als besonders negatives Beispiel, wie Beiräte immer wieder in solchen Fällen fehlerhaft reagieren, wenn sie persönlich oder die Verwaltung angegriffen werden, gilt die Mitteilung eines Beirats vom 21.1.2011, das hier im Original gezeigt wird.
Was vorgefallen war

Eine Eigentümerin teilt in einem Rundschreiben den anderen Miteigentümern mit, sie wünsche sich vom neuen Jahr, dass ihr Überraschungen erspart bleiben. Zur Erklärung erwähnt sie dazu aus ihrer Sicht mehrere unerfreuliche Vorfälle des Vorjahres wie z.B.,

  • dass zum Betrag von 150,- € je Wohnung für die neue Klingelanlage überraschend weitere 148,- € zu bezahlen waren, wenn man die Klingelanlage in der ganzen Wohnung hören will, so wie es bei der alten Anlage der Fall war,
  • oder eine neue Wartungsfirma für die Aufzüge eingesetzt wurde und es deshalb zu unerfreulichen Stillständen des Aufzuges kam, weil diese Firma Diagnose-Geräte sowie die Ersatzteile des Aufzugsherstellers nicht schnell genug beischaffen konnte
  • und dass wegen der offensichtlichen Unfähigkeit dieser Firma, für eine typengerechte Wartung des Aufzuges unverzüglich zu sorgen, selbstverständlich nicht die Aufzüge für 500.000,- € ausgewechselt werden müssen, wie es vorgeschlagen wurde.

Ferner kritisierte die Eigentümerin, dass sich der Beirat für das Zustandekommen und Akzeptanz rechtswidriger Beschlüsse stark gemacht hatte, für die die erforderliche qualifizierte Mehrheit nicht erreicht worden war.

Darauf sollte keine ungeschickte Reaktionen des Beirats folgen

Anstatt dieses Rundschreiben dazu zu benutzen, eine sachliche Aufklärung zu betreiben, eventuelle Fehlentscheidungen der Vergangenheit einzugestehen und sich für die wichtigen Hinweise im Namen aller Eigentümer zu bedanken, befasst sich in diesem Falle die Beirats-Antwort nur mit der Person der Schreiberin und deren angeblicher unredlichen Absicht.

Dieses Rundschreiben des Beirats ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man es als Beirat eben nicht machen darf, wenn man ernst genommen werden will. Selbstverständlich sind dem Beirat harte Meinungsäußerungen nicht verwehrt. Sie sollten aber sachbezogen geführt werden. Plakative Schlagworte, wie “haltlose Vorwürfe”, “böse”, “Diffamierungen” usw. sollten immer vermieden werden oder zumindest mit einer Begründung verbunden werden, warum diese Formulierung in diesem dargestellten Sachzusammenhang stimmig ist.

Mit einem Schreiben, wie dem abgebildeten, erreicht man als Beirat genau das Gegenteil dessen, was man erreichen will. Andere Eigentümer solidarisieren sich mit dem Gescholtenen und entziehen dem Beirat das bisherige Vertrauen.

Wer als Beirat mit schriftlicher Kritik konfrontiert wird, sollte deshalb nicht in der ersten Erregung reagieren, sondern sich für die Antwort Hilfe eines unbefangenen Dritten holen.
Eine Antwort des Beirats sollte deshalb stets sachlich und deeskalierend aufgebaut sein.
Hausgeld-Vergleich e.V. hilft bei einer ausgewogenen Antwort oder beim Lösen des Problems.

Kontakt: Telefon 09154/1602, E-Mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
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