Das letzte Jahr hat allen Eigentümern und Mietern eine Kostenerhöhung von 3% Mehrwertsteuer gebracht. Dazu addierten sich noch Preissteigerungen bei Heizöl, Gas, Fernwärme, Strom und sonstige Erhöhungen. Ab 1.1.2008 haben die meisten Energie-Lieferanten eine neue Preisanhebungswelle angekündigt, die weit über den Nettosteigerungen bei Lohn und Rente hinausgehen.

Wenn hier nicht gegengesteuert wird und die Entwicklung in dieser unheilvollen Dynamik weitergeht, droht Haushalten mit geringerem Einkommen der finanzielle Kollaps. Mehr denn je muss deshalb der Kostenentwicklung gegengesteuert werden. Das ist durch lautstarken Protest gegenüber Energiekonzernen aber auch gegenüber dem Staat sinnvoll, der an jeder Preiserhöhung durch noch höhere Steuereinnahmen partizipiert. Ohne Druck der Bürger wird kaum jemand auf die Idee kommen, sich auf der Einnahmenseite zu bescheiden, so wie dies seit Jahren von Lohnempfängern und Rentnern erwartet wird.

Aber unabhängig von der großen Politik, kann jeder Wohnungseigentümer und Mieter seinen Beitrag zur Kosteneinsparung leisten. Sie sollten dabei berücksichtigen, dass mancher Hausverwalter dankbar dafür sein wird, dass Sie ihm die aufwändige sog. Marktrecherche auf Einsparmöglichkeiten abnehmen wollen. Meist sind die Hausverwalter-Honorare knapp ausgehandelt worden, so dass für derartige Mehrarbeit weder Zeit noch Personal zur Verfügung steht. Je weniger Eigentümer ein Verwalter je Wohnanlage betreut, desto knapper sind seine Ressourcen dafür.

Unsere Tipps für Wohnungseigentümer sind deshalb:

  1. Nehmen Sie deshalb die Möglichkeit zu Kosteneinsparungen selbst in die Hand.
  2. Analysieren Sie zunächst die Kostenentwicklung bei den Wohnnebenkosten über mehrere Jahre und stellen Sie die Erhöhung Ihrer Einkommensentwicklung gegenüber.
  3. Merken Sie hier, dass Ausgaben und Einnahmen negativ auseinanderlaufen, so sollten Sie Maßnahmen zur Kostenreduzierung einleiten. Dazu gehört die persönlichen Einsparung von Energie, Wasser/Abwasser, Müll und auch die Einsparung von nicht unbedingt erforderlichen Dienstleistungen. Und andererseits sollten Sie in Richtung “optimaler Einkauf “ von Leistungen und Lieferungen für Ihre Wohnanlage tätig werden.
  4. Dabei sollten Sie an die alte Kaufmannsweisheit denken:
    “Der halbe Gewinn liegt im richtigen Einkauf!”
    Was nichts anderes heißt, dass im Einkauf von Leistungen für Sie Einsparpotential liegt.
  5. Die Einkaufskosten Ihrer Wohngemeinschaft müssen deshalb auf den Prüfstand. Solch ein Verlangen könnte zwar manchen Hausverwalter irritieren, was Sie nicht stören, sondern eher motivieren sollte.
  6. Holen Sie sich also zunächst Kopien von Ihrer Hausverwaltung über regelmäßige Ausgaben
    1. also Rechnungen/Gebührenbescheide für die großen Kostenpositionen in Ihrer Wohnanlage (Wasser/Abwasser, Müllabfuhr, Versicherungen, Aufzugs-, Hausmeister- und Reinigungskosten, laufende TV-Anschlussgebühren)
    2. sowie die Dienstleistungsverträge/Leistungsverzeichnisse/Versicherungspolicen
    3. und den Nachweis, mit welchem Zinssatz Ihre Instandhaltungsrücklage verzinst wird.
  7. Dann holen Sie Gegenangebote ein. Dabei sollten Sie selbstbewusst auftreten. Schließlich stehen Aufträge für den Angefragten in Aussicht. Bei Nachfragen sollten Sie erklären, dass Sie die Angebote zur nächsten Eigentümerversammlung zur Beschlussfassung vorlegen wollen und deshalb das Angebot, wenn es berücksichtigt werden soll, bis zum ................. benötigen.
  8. Dann erstellen Sie bei positiven Einsparmöglichkeiten eine Übersicht, die Ihren Miteigentümern auf der kommenden Versammlung als Tischvorlage dienen kann.
Erst wenn Sie diese Arbeit abgeschlossen haben und reale Einsparmöglichkeiten bestehen, ist auf den Verwalter mit der Bitte um die Aufnahme eines Tagesordnungspunktes in die Einladung zur nächsten Eigentümerversammlung zuzugehen.
Dies kann z.B. wie folgt erledigt werden:
An den
Hausverwalter ..........................
Bitte um Aufnahme eines Tagesordnungspunktes Datum: ....................

Sehr geehrte(r) .................................

ich bitte Sie um Aufnahme eines Tagesordnungspunktes zur Kosteneinsparung in die nächste Einladung zur Eigentümerversammlung wie folgt:

“Diskussion der Kosteneinsparvorschläge des Eigentümers ............................ zu
................................................................... (Kostenbereich nennen)
................................................................... (Kostenbereich nennen)
mit anschließender Beschlussfassung.”

Bitte bestätigen Sie mir bis zum ......................., dass Sie diesen TOP aufnehmen werden.
Nach meiner Meinung entspricht die Wahrnehmung von Kosteneinsparmöglichkeiten ordnungsgemäßer Verwaltung und steht im Interesse aller Miteigentümer.

Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihre Mühe
Name und Unterschrift

Für den Fall, dass Ihnen Ihr Verwalter diese Aufforderung nicht bestätigt, sollten Sie Ihn nochmals zur Bestätigung wieder mit Fristsetzung auffordern und dann parallel den Beirat informieren, dass er sich ebenfalls für die Bestätigung des Verwalters einsetzen soll.

Passiert wieder nichts, was leider unverständlicherweise auch vorkommen kann, so müssen Sie dem Verwalter die Durchsetzung per Gerichtsbeschluss ankündigen und diesen Weg dann leider auch in konsequenter Weise beschreiten, falls der Verwalter weiterhin Ihre Forderung nicht erfüllt.

Vorher sollten Sie noch den Namen des betreffenden Verwalters an Hausgeld-Vergleich e.V. melden, da solches Verhalten eines Verwalters nicht toleriert werden sollte.
Derartige Hinweise senden Sie an

Hausgeld-Vergleich e.V. - Beschwerden -
Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn, Fax 09154/914721
E-Mail: hausgeld-verglich@t-online.de
und vermerken dabei, ob Ihr Name vertraulich behandelt werden soll und ob Sie eine Kontaktaufnahme von uns bei Ihnen wünschen.
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