Im Rahmen der der SEPA-Umstellung entstand nicht nur für Hausverwaltungen erheblicher Aufwand. Zur Weiterbenutzung der vorhandenen Einzugsermächtigungen als SEPA-Lastschriftmandat waren auch die Hausverwaltungen verpflichtet, jeden Wohnungseigentümer schriftlich über die Umstellung zu informieren. Es entstanden für jeden Verwalter Porto- und Kopierkosten, dazu das Handling für den Versand sowie Aufwand für die Umstellung der bisherigen Bankdaten.

Dabei war die ganze Umstellung für Lastschriften im Inland so überflüssig wie ein Kropf, gegen die sich kein einziger Bürger bei der dafür verantwortlichen Stelle rechtzeitig gewehrt hatte. Erst als die Hausverwalter ihren diesbezüglichen Mehraufwand von den Wohnungseigentümern mit ca. 3,- € honoriert haben wollten, kam das Erwachen und die große Stunde der in Deutschland besonders verbreiteten und bekannten Erbsenzähler. Schweigsam, wenn es um Großausgaben in der WEG geht, weil Erbsenzähler damit überfordert sind und ihnen das fachkundige Engagement in solchen Fällen abgeht, kam im Falle “SEPA” wieder ihr großer Auftritt. Denn einmalige 3,- € sind für sie überschaubar und eine erhebliche Belastung, die man auf keinen Fall widerstandslos, ohne umfassende Diskussion und Rechtsbeistand hinnehmen will.

Schließlich hat man Warnungen und Informationen von bestimmten Verbraucherschützern und eine Plattform, wo man seine Meinung darüber kund tun kann, dass es um reine Abzocke der Verwalter geht, die sich hier wieder einmal eine goldene Nase verdienen wollen. Wie kann man mit “fundierter Rechtsberatung” solche “Zahllasten” erfolgreich abweisen? Wo käme man denn hin, wenn man 3,- € ohne jede Grundsatzentscheidung des BGH zahlen würde?

Da fühlt man sich doch viel besser, wenn es einem der Leidgenossen bereits gelungen ist, den Verwalter zur Rücknahme seiner schon als unverschämt zu bezeichnenden Forderung von 3,- € zu bewegen. Und es geht ums Prinzip. Wir befinden uns schließlich in einem Rechtsstaat.

Gott sei Dank gibt es inzwischen Anlaufstellen in Deutschland, die sich solcher wichtiger Themen annehmen und nachweisen könnten, dass statt 3,- € maximal 1,89 € an Zusatzkosten für den Verwalter bei einer Wohnanlage mit 87 Eigentümer angefallen sein könnten. Bei 23 Eigentümern wären es auch nur 1,94 € und eben nicht 3,- €. Und die muss der Verwalter selber tragen.

Wahre Erbsenzähler sind zwar mit diesem Fall noch beschäftigt, kämpfen aber bereits parallel am nächsten ähnlich gewichtigen Fall:
Wer ist rechtlich für die Entfernung der wöchentlichen Werbeblätter vom Treppenaufgang zuständig. Gibt es da ein Gesetz? Schließlich hat die letzte ausführliche Diskussion in der Eigentümerversammlung keine Lösung gebacht, weil der Verwalter das Thema nach einer ½ Stunde “abgewürgt” hat. Sollte man gleich gegen den Papierhersteller, die Druckerei und den Werbeblattverleger wegen der Umweltschäden vorgehen oder doch nur den Werbeblatt-Austräger verklagen? Schließlich zieht er nicht die Stückzahl derer bei den auf der Treppe abgelegten Werbeblättern ab, die am Briefkasten einen Aufkleber “keine Werbung” haben?
Fragen über Fragen, die parallel zum Problem bei den SEPA-Gebrühren geklärt werden müssen.

Aber unsere Verwaltung kümmert sich ja um nichts und will nur kassieren.

Rufen Sie mich ja nicht deswegen an!
Ihr Norbert Deul, Tel: 4711 / 4711 00
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