Transparenz schafft Vertrauen...

... mit diesem weitsichtigen Ziel startete der BFW Bundesfachverband Wohnungs- und Immobilienverwalter e.V. einen Versuch, Kritiker unakzeptabler Verwalterleistungen von der besonderen Qualifikation des BFW und seiner Mitglieder zu überzeugen. Vertretern des Verbraucherschutzvereins Hausgeld-Vergleich e.V. wurde es deshalb ermöglicht, Gast zu sein bei der BFW-Tagung 2008 der Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Um es vorweg zu nehmen, Hausgeld-Vergleich-Vorstand Norbert Deul war mit seinen Begleitern Rechtsanwalt Alexander Tauchert und seinen Vereinsmitgliedern voll beeindruckt von

  • der Aufgeschlossenheit des BFW und seiner verbindlichen Verhaltensregeln,
  • den qualitativ hochwertigen Fachvorträgen der verschiedenen Referenten,
  • der breiten Fachinformation im Rahmenprogramm
  • und last but not least der Gästebetreuung und Lebensfreude, die dieser Verband ausstrahlt.

Das Nürnberger Hotel Maritim war deshalb auch der passende Ort für diese hochwertige Veranstaltung, die durch den Vorstand des Landesverbandes Bayern, Werner Brückner und den Präsidenten Thomas Meier termingerecht eröffnet wurde.
Geschäftsführer Heinz Michael Sparmann stellte vom Verband ausgesuchte Kooperationspartner aus dem Bereich der Dienstleistungen und Handwerk rund um die Immobilie vor, die in den Veranstaltungspausen Informationsmaterial und spezielle Beratungen für die zu lösenden Probleme anboten.

Referent Peter Gerhardt von der techem Energy Service GmbH erläutere mit Grafiken das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und die Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft und damit auch auf Immobilienverwalter. Grundsätzlich werden sich die politischen Rahmenbedingungen verschärfen. Verwalter werden sich intensiv mit dem 2. Paket des Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) und den Meseberg-Beschlüssen (Novellierung der EnEV 2009, Novellierung der Heizkostenverordndung 2009, dem Erneuerbaren Energien Wärmegesetz EEWärmeG und der Erleichterung von Contracting) und deren Umsetzung in die Praxis zu beschäftigen zu haben. Vorteilhaft ist es bei dieser Materie sicher, wenn der einzelne Verwalter auf die Kompetenz des BFW und anderer kundiger BFW-Kollegen zurückgreifen kann.

Der Fachanwalt für WEG-Recht in München, Dr. Dirk Sütterlin, erläutere die speziellen Auswirkungen des neuen WEG-Verfahrensrechts (ZPO) auf die Verwalterpraxis. Zu beachten ist insbesondere der jetzt erforderliche “Beibringungsgrundsatz”, da die bisherige Pflicht des Richters zur eigenen Amtsermittlung zur Aufklärung des Sachverhalts entfallen ist. Werden hier auf Seiten des Verwalters und von dem von ihm beigezogenen Anwalt konkrete Anträge oder Beweisantritte versäumt, so kann dies jetzt zu einem negativen Ausgang des Verfahrens führen.
Problematisch kann sich der § 49 Abs. 2 WEG für den Verwalter auswirken. Danach können dem Verwalter Prozesskosten auferlegt werden, ohne selbst Beklagter zu sein. Dies kann geschehen, wenn das Gericht feststellen sollte, dass die Tätigkeit des Gerichts durch grobes Verschulden des Verwalters verursacht wurde. Solche Fälle können auftreten, wenn der Verwalter z.B. Stimmrechtsverbote für ihn bei seiner Entlastung nicht beachtet oder die Eigentümer vor der Anfechtbarkeit eines Beschlusses nicht ausreichend warnt.

Martina Schinke, BFW-Verwalterin in Hennef, wies auf neue Einnahmequellen im Bereich des Private Equity für Verwalter hin, die bereit sind, die hohen monatlichen Anforderungen an detaillierte Ergebniszahlen zu erfüllen. Sie hat mit “Heuschrecken” dank perfektRun bisher gute Erfahrungen gemacht.

WEG-Fachanwalt und Buchautor Johannes Drabek aus Nürnberg erklärte den Unterschied zwischen “Verwalter der Eigentümer” und “Vertreter der Eigentümergemeinschaft”. Danach hat der Gesetzgeber dem Verwalter Aufgaben im Innen- und Außenverhältnis zugewiesen - ein rechtlich ausuferndes Thema, das sicher noch in Fachtagungen vertieft und mit Leben erfüllt werden wird. Wichtig für Verwalter dürfte auch sein, dass es nach Auffassung von Rechtsanwalt Drabek sinnvoll sein kann, sich vorsichtshalber von der Gemeinschaft einen ermächtigenden Beschluss zu verschaffen, mit einem Anwalt ein höheres Honorar vereinbaren zu können, auch wenn § 27 Abs. 2 Ziff. 4 vom Gesetzgeber bereits zugestanden wurde.

Einen Einblick in die multimediale Zukunft in der Wohnung zeigte Dr. Dieter Rittich auf, die Kabel Deutschland realisieren wird. Nach seiner Darstellung ist ein Kabelnetz eine vollwertige Alternative zum DSL-Zugang. Das “Triple Play” über das Fernsehkabel wird dann Fernsehen, Radio, Internet und Telefon aus einer Hand bringen.

BFW-Vorstandsmitglied Thorsten Woldenga konnte mit seiner lockeren und Zuhörer in seinen Bann ziehenden Art von der Erforderlichkeit eines Qualitätsmanagement überzeugen. Übertragbare Patentrezepte hatte er dafür nicht, außer dass jeder Verwalter seinen persönlichen Weg dabei finden muss. Dass zum Qualitätsmanagement eigene straffe Energie zu investieren ist und dass das Ergebnis zufriedener machen soll, war seine Botschaft.
Wenn es ums Zahlen geht, sind Eigentümer in der Regel erfinderisch, was Sondereigentum, Gemeinschaftseigentum und Sondernutzungsrecht sein sollte, um jeweils der eigenen Zahlpflicht zu entkommen. Woldenga machte hier mit dem vermeintlichen geistigen Wirrwarr der Zahlungsunwilligen Schluss und stellte rechtlich klar, was Sache ist und wer in welchem Falle mitzuzahlen hat.

BFW-Präsident Thomas Meier erläuterte WMS, das WerteManagementSystem des BFW. Angenehm anders als die anderen wolle man sein. Messbar als echtes Qualitätskriterium soll sich die Leistung der BFW-Mitglieder darstellen. Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Einsatzwille, Zuverlässigkeit, Partnerschaft und Lebensfreude sind unerlässliche Ziele. Das sind unverzichtbare Teile des Gütesiegels eines BFW-Verwalters und das schafft Vertrauen und Sicherheit.
Bereitschaft zur Transparenz gehört dazu, so die mitreißenden Ausführungen von Meier.
Und selbst einem Skeptiker fällt hier der aktuelle Werbeslogan ein: Das kauf ich euch ab!

Ein weiterer Höhepunkt der Tagung zwar zweifellos der amüsante Vortrag von WEG-Fachanwalt Rüdiger Fritsch aus Solingen, der sich dem Querulanten im Wohnungseigentum und dem empfohlenen Umgang mit ihm widmete. Es war ein praxiserprobtes Rezept mit süffisanten Retouren gegenüber Querulanten, professionellen Besserwissern und Prozesshanseln, das auch den Vorstand Deul, vom Verbrauchschutzverein Hausgeld-Vergleich e.V., zu schallendem Lachen verführte.

Einen Überblick zur aktuellen, weiter ausufernden Rechtssprechung konnte der Hamburger WEG-Richter Dr. Olaf Riecke geben, denn die Prozesswut konnte auch die Erhöhung der Gerichtskosten um rund 300 Prozent nicht bremsen. Weiter konnte er keine Hoffnung nähren, dass die Rechtssprechung bei vergleichbaren Fällen zu gleichen Urteilen führen wird und sich für Verwalter oder Eigentümer “Planungssicherheit in rechtlichen Angelegenheiten” ergeben könnten. Zu unterschiedlich sind schließlich Richter und frei in ihrer Entscheidung sind sie auch noch. Wie kann man hier dann Gleiches erwarten?
Es gilt demnach trotz des lobenswerten Wirkens von Dr. Olaf Riecke und der Rechtsanwälte Fritsch und Drabek weiter die Erkenntnis eines Münchner WEG-Anwaltes: “Nichts ist so kalkulierbar wie die Unberechenbarkeit des Gerichts.” Womit sicher auch gemeint ist, dass Verwalter durch ihre Tätigkeit bemüht sein sollten, diesem unkalkulierbaren Risiko vor Gericht geschickt auszuweichen.

Fazit von Hausgeld-Vergleich e.V.:
Wer den Kritiker einlädt und Transparenz in den Mittelpunkt stellt, verdient unser Vertrauen.
Ein großes Kompliment an den Präsidenten, die Vorstände und die Geschäftsführung des BFW, für diese gelungene Veranstaltung in Nürnberg.

Norbert Deul


BFW-Vorstand Dr. Klaus Nahlens,
BFW Präsident Thomas Meier und
BFW-Vorstand Thorsten Woldenga
(von links)


Werner Brückner,
BFW-Landesvorstand Bayern


Rechtsanwalt Tauchert
ür Hausgeld-Vergleich e.V


Referent Rechtsanwalt Rüdiger Fritsch
mit BFW-Geschäftsführer
einz Michael Sparmann


Heinz Michael Sparmann mit Referent
Richter Dr. Olaf Riecke aus Hamburg


rfahrungsaustausch zwischen
Eigentümer und Hausverwaltern


Referent Peter Gerhardt (rechts)
von techem


Ekkehard Goebel ...


.. und Wilhelm Sabadi
von Hausgeld-Vergleich e.V.


Referent und BFW-Vorstandsmitglied
Thorsten Woldenga,
Immobilenverwalter aus Hannover.

Anmerkung:

Der BFW Bundesfachverband Wohnungs und Immobilienverwalter e.V. vertritt als Fachverband über 400 Unternehmen aus dem Bereich der Immobilienverwaltung. Der Verband gliedert sich in zehn Landesverbände und verwaltet derzeit ca. 550.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten.
Der BFW-Verwalter Immobilien Dittmann KG, Maximilianstraße 16, 53111 Bonn wurde von den Mitgliedern von Hausgeld-Vergleich e.V. zum

Hausverwalter des Jahres 2008

gewählt. Die Übergabe des Verbraucherschutz-Awards erfolgt Anfang Januar 2009 in Bonn.
Siehe auch Bericht Rubrik „Verwalter des Jahres“.

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