Presse-Info vom 17.9.2015

Öffentlicher Appel an Verwalterverbände
statt Kritik an der venünftigen “Alte-Hasen-Regelung”
Verschiedene Medien haben aktuell eine Mitteilung veröffentlicht, in der zwei Interessenorganisationen auch einen Sachkundenachweis für Immobilienverwalter vom Gesetzgeber fordern, die bereits den vorgesehenen Befreiungsmaßstab erfüllen.
Wir von der Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter e.V. distanzieren uns auf der Basis unserer Beobachtungen ausdrücklich vom Generalverdacht einer fachlichen Unsachkundigkeit der bereits seit Jahren tätigen Verwalter. Selbstverständlich befinden sich unter Verwaltern, die bereits Jahre tätig sind, „schwarze Schafe“ wie in anderen Berufsgruppen auch. Um diese zu isolieren und für den Wohnungseigentümer kenntlich zu machen, ist eine Prüfung für alle Verwalter untauglich, denn gerade diese „schwarzen Schafe“ werden jede Prüfung mit Bravour meistern. Hier ist eine Abfrage bei der Schutzgemeinschaft über die bisherige Arbeitsweise eines Verwalters effektiver.
Statt dessen ergeht folgender Appel an die Verwalterverbände:
  • Die Verwalterverbände sollten dafür sorgen, dass die Verfehlungen von Verbandsmitgliedern, die den Verbänden gemeldet werden, zu konkreten Maßnahmen bis zum Ausschluss des Mitgliedes aus dem Verband führen.
  • Beschwerden über Verbandsmitglieder sollten im Rahmen von Schiedsverfahrens behandelt werden, die auch für Verbraucherschützer und die betroffenen Eigentümer zugänglich sind. Nur dadurch ist zu erreichen, dass den Verbandsmitgliedern und den Verbänden Vertrauen geschenkt werden kann.
  • Es ist darauf zu verzichten, dass Lieferanten und Dienstleister von Eigentümergemeinschaften “Fördermitglieder” in den Landesverbänden oder im Dachverband sein können.
  • “Förder- oder Sponsorengelder” sollten von Lieferanten und Dienstleistern abgelehnt werden, die Aufträge von Verwaltern im Namen der WEG erhalten. Alternativ müssen solche Vergünstigungen und Leistungen an die Eigentümer ausgeschüttet werden.
  • Mitglieder- und Kundenzeitungen der Verwalter sind nicht durch Anzeigengelder von Lieferanten und Dienstleistern der betreuten Eigentümergemeinschaften zu finanzieren.
  • Prozentuale Honorierungen an Sonderumlagen und an Geldausgaben für Instandhaltungen sind zu unterlassen. Dafür ist das Grundhonorar auskömmlich zu kalkulieren und anzubieten. Denn kann ein Verwalter durch die Höhe der Geldausgabe die Höhe seines Sonderhonorars beeinflussen, besteht die Gefahr, dass nicht kostenoptimal eingekauft wird.
  • Auf den Verwalter lautende Vollmachten ohne Weisungen sind den Mehrheitsstimmen in der Versammlung zuzuordnen.
  • Verwalter sollten von selbst zu ihrer eigenen Sicherheit vor möglichem Missbrauch Verfügungsbeschränkungen über Rücklagengelder anbieten (z.B. nur mit zweiter Unterschrift eines Beirats oder Eigentümers).
Norbert Deul - Vorstand

Kontakte und weitere Details und Infos:
Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter e.V.
- Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check -
Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn b. Nbg.
Tel. 09154/1602, Fax 09154/914721, Internet: www.hausgeld-vergleich.de
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