Presse-Info 16.11.2010
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) kritischer betrachten!
- Nutzen-/Kostenrelation prüfen, Nebenwirkungen und Folgekosten bedenken -
Der Verbraucherschutzverein Hausgeld-Vergleich e.V. weist sanierungswillige Wohnungseigentümer auf die ungünstige Relation zwischen tatsächlichem Kostenaufwand und den realen Energieeinsparungen hin. Danach ist inzwischen bekannt, dass ein nachträglich an einer Wohnimmobilie geplantes Wärmedämmverbundsystem einen Rattenschwanz an Nebenkosten verursachen kann.
Den selbst nutzenden Eigentümer und Mieter trifft die Kostenlast aus der EnEV in voller Härte, ohne dass überhaupt die Chance besteht, die Aufwendungen für energetische Verbesserungen der Bausubstanz durch Einsparungen an Energie in einem überschaubaren Zeitrahmen nach heutiger Kenntnis zu erwirtschaften. Deshalb lassen sich die Vorschläge der Bundesregierung einem wirtschaftlichen vernünftig denkenden Eigentümer nicht vermitteln.
So kann nach den jetzt anzuwendenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung und der damit verbundenen starken Dämmstoffe
  • die Verbreiterung des Dachüberstandes
  • kleinere lichte Flächen der Fenster und Türen,
  • das Versetzen aller Dachrinnen und Außenschlüsse (Wasserhähne, Steckdosen),
  • die Neumontage der Balkonbrüstungen, Markisen, Rollos und Außenlampen
  • und sogar der Abriss von älteren Balkonen zur Vermeidung von Wärmebrücken
erforderlich werden. Planrechnungen und geleistete Kostenvorschüsse beinhalten häufig diese Zusatzkosten nicht oder nicht im richtigen Umfang.
In der Regel amortisieren sich deshalb derartige energetische Sanierungen nicht in einem vertretbaren Rahmen, so dass Mieter oder selbst nutzende Eigentümer bekanntermaßen vier- bis fünfmal höhere Kosten pro Monat dafür aufwenden müssen, als an Energieeinsparung erwirtschaftet wird. Viele gesteuerte Fehlinformationen sind deshalb zu korrigieren.
Neben der extrem ungünstigen Kosten-/Nutzenrelation sind aber auch weitere bautechnisch bedingte negative Nebenfolgen hinzunehmen, wie sie Prof. Dr.-Ing. Claus Meier beschreibt:
  • Die diffusionsbehindernden äußeren Schichten der Wärmedämmverbundsysteme verhindern eine Entfeuchtung des Innenmauerwerks und können deshalb eine Schimmelbildung bei unzureichender Entlüftung begünstigen (Schimmelhäuser sind viel diskutierte Sanierungsobjekte).
  • Infolge fehlender Speicherfähigkeit der äußeren Putzschicht unterkühlt die Außenfläche derart stark, dass eine Kondensation der Nachtluft eintritt und Algenbildung gefördert wird. So stellte das Landsgericht Frankfurt (Az. 3-13O104/96) bereits fest: Algenbewuchs wird durch Vollwärmeschutz begünstigt.
  • Hinzu können mögliche Reparaturkosten des Verbundsystems durch Vogelverpickung, Spannungsrisse und vielfältige Verarbeitungsmängel kommen, wie sie in “Schäden an Wärmedämmverbundsystemen” von Prof. Dr. Erich Cziesielski aufgezeigt werden.
“Sanierungswillige Eigentümer sollten sich deshalb nicht von den Personen beraten lassen, die sich um den Sanierungsauftrag bemühen oder diesen vergeben wollen, sondern von neutralen und tatsächlich unabhängigen Fachleuten”, empfiehlt deshalb Norbert Deul, Vorstand von Hausgeld-Vergleich e.V.
“Und volkswirtschaftliche Investitionen in die Speicherungsfähigkeit unsteter alternativer Energien wären allemal sinnvoller, zumal Energien aus Sonne und Wind unbegrenzt und CO2-frei zur Verfügung stehen würden.”

Kontakte und weitere Details und Infos:
Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn b. Nbg.
Tel. 09154/1602, Fax 09154/914721, Internet: www.hausgeld-vergleich.de
E-mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
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