Presse-Info vom 15.2.2011
Münchner Gericht weist “Heizenergie-Klauer” in die Schranken!
Endlich müssen skandalöse Abrechnungen korrigiert werden.
Am Münchner Wohnungseigentümer-Gericht hat Richterin Knoll-Künneth eine Wohngemeinschaft in Höhenkirchen bei München dazu verurteilt, die Heizkostenabrechnungen 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 auf der Grundlage der Heizkostenverordnung nach § 9 a neu zu erstellen. Jahrelang hat die Mehrheit in dieser Gemeinschaft Heizenergie verbraucht, ohne dafür angemessen zu bezahlen. Deren Verbrauch musste eine Minderheit bezahlen, weil die Mehrheit der Eigentümer mit Unterstützung der Verwaltung und des Verwaltungsbeirats eine akzeptable Kostenverteilung verhindert haben.
Der Ursache dieses kaum glaubhaften Sachverhaltes ist auf den Einsatz von elektronischen Heizkostenverteilern der Firma Brunata an einer Einrohrheizung im Jahre 2004 zurückzuführen. Während Fachleuten schon damals klar war, dass die Wärmeabgabe der Heizrohre von solchen Messgeräten nicht mehr erfasst werden kann, sind die Eigentümer dieser Wohngemeinschaft der damaligen Empfehlung des Hausverwalters gefolgt und haben einen 10-Jahresvertrag mit Brunata abgeschlossen, den Heizenergieverbrauch zukünftig mit elektronischen Messgeräten nach der Zweifühlermethode zu erfassen. Diese Messgerätegeneration von Brunata kann die Wärmeabgabe des Heizrohres nicht miterfassen, so dass es zwangläufig zu fehlerhaften Kostenverteilungen kommen musste.
Bei einer Einrohrheizung reicht für die Wohnungen, die am Anfang des Heizungsrohres liegen, bereits die Wärmeabgabe des messtechnisch unerfassten Heizrohres für eine angenehme Temperierung der Wohnung aus. Die Wohnungen, die am Ende des Verteilsystems liegen, erhalten nur noch handwarmes Heizwasser und müssen deshalb die Heizkörper voll aufdrehen. Das führt dann zur Ausweisung extrem hoher Verbräuche an den elektronischen Messgeräten für diese Wohnungen.
Jedem verständigen Eigentümer und Hausverwalter ist dies plausibel, so dass bei solchen Konstellationen eine Abrechnung auf der Basis des § 9 a der Heizkostenverordnung zu erfolgen hat. § 9 a HkVO gesagt, dass die Abrechnung bei zwingenden Gründen oder Geräteausfall nach anderen Gesichtspunkten und nicht mehr nach solchen Messergebnissen erfolgen kann. Infrage kommt dann die Nutz- oder Wohnfläche oder auch andere geeignete Verteilmaßstäbe.
Nachdem die Mehrheit der Eigentümer wegen ihrer Kostenvorteile zu Lasten ihrer Miteigentümer eine Heizkostenabrechnung nach ß 9 a über Jahre verhindert hat, musste das Gericht angerufen werden. Hier wurden die “Heizenergie-Klauer” nun darüber belehrt, dass es wie in der Vergangenheit nicht weitergehen kann. Die Jahresabrechung 2004 bis 2009 sind korrekt nach 9 a der Heizkostenverordnung zu erstellen.
Das führt zu Kostenumverteilungen von mehreren Tausend € bei machen Eigentümern.
Die Geldausgabe für die modernen elektronischen Messgeräte als auch die Kosten für die Ablese- und Abrechnungskosten sind verloren. Hilfe von Fachleuten in den ersten Jahren wurde vom Hausverwalter und den Verwaltungsbeiräten abgelehnt!
BU: Bisherige Heizkostenverteilung 2009 in dieser Wohngemeinschaft (siehe Grafik)

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