Presse-Info vom 4.10.2012
Mietsteigerungen im krassen Missverhältnis
zur Energieeinsparung nach Wärmedämm-Maßnahmen
Der Verbraucherschutzverein Hausgeld-Vergleich e.V., der für einen Interessenausgleich zwischen Vermieter und Mieter eintritt, warnt vor unakzeptablen Steigerungen der Mieten, die nach einer energetischen Sanierung die Regel sind. Bei der Umlagemöglichkeit der Kosten für die energetische Sanierung mit 11% auf die Jahresmiete kommt es zu einem nicht hinzunehmenden Kostennachteil für den Mieter. Wenn die Justizministerium Leutheusser-Schnarrenberg äußert , Mieter würden durch die Energieeinsparungen profitieren, so kann sich ihr Ministerium bisher nicht mit der für Mieter bitteren Kosten-/Nutzenrelation auseinandergesetzt haben.
Realität ist heute, dass eine übliche Sanierung 15.000,- € je Wohnung kosten kann und somit eine Mieterhöhung von 1.650,- € im Jahr oder 137,50 € je Monat bedeutet. Auf der Plusseite nach solch einer energetischen Maßnahme kommen aber kaum mehr als 20,- € an Heizkostenersparnis im Monat bei einer 70 qm großen Wohnung nach den gängigen Rechenmodellen heraus. In der Praxis wird diese theoretische Einsparung noch geringer ausfallen, weil mit der Plastikverpackung und Luftdichtmachung der Wohnungen ein erhöhter Lüftungsbedarf entsteht. Dadurch geht der nur mathematisch von den Energieberatern berechnete Einspareffekt in erheblichem Maße wieder verloren.
Hausgeld-Vergleich e.V. appelliert deshalb an den Gesetzgeber bei der derzeitigen Diskussion des Mietrechtsänderungsgesetzes, auf eine unverhältnismäßige Kostenbenachteiligung der Mieter zu verzichten. Schon heute überfordern Mieten und Nebenkosten viele Mieter.
Mieterhöhungen wegen energetischer Sanierungen dürfen sich nach Meinung von Hausgeld-vergleich e.V. nur in dem Rahmen bewegen, wie nachweislich Energie eingespart wird. Es kann nicht akzeptiert werden, dass Vermieter bedenkenlos energetische Sanierungskosten auf Mieter umlegen können, ohne auf eine Kostenneutralität für den Mieter achten zu müssen. Auch die Vermieter stehen hier in der Pflicht, betriebswirtschaftlich verantwortungsvoll gegenüber ihren Mietern zu handeln und nur dann zu sanieren, wenn sich Mieterhöhung und Energieeinsparungen gegeneinander aufheben.
Ferner stellt Hausgeld-Vergleich e.V. klar, dass eine Mietenerhöhung wegen der Kosten einer energetischen Sanierung spätestens nach der Komplettbezahlung dieser Kosten durch den Mieter wieder zurückzunehmen ist. Es widerspricht jeglicher Gerechtigkeit, den Mieter nach der Übernahme der vollen Sanierungskosten auch weiter hinaus mit der erhöhten Miete zu belasten.
Norbert Deul - Vorstand

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