Presse-Info 2.1.2015
Die Entlastung des Hausverwalters bringt
dem Wohnungseigentümer keinen Vorteil
In den meisten Wohnungseigentümerversammlungen ist die „Entlastung des Verwalters“ bereits ein Ritual geworden. Über den Sinn wird nicht nachgedacht. Und dabei hat der Wohnungseigentümer keinen einzigen Vorteil – im Gegenteil, er verzichtet mit der Entlastung auf die mögliche Haftungsansprüche gegenüber dem Verwalter.
Denn eine Entlastung des Verwalters wirkt auf alle Vorgänge, die zum Zeitpunkt der Entlastung bekannt waren oder bei sorgfältiger Prüfung hätten erkannt werden müssen. Es zeigt sich immer wieder, dass in der Praxis der Nachweis, was man nicht wissen konnte, nicht einfach zu führen.
Die Verwalterentlastung bringt deshalb u.a. folgende Nachteile:
  • Der Verwalter wird von Schadenersatzansprüchen frei gestellt, die zum Zeitpunkt der Entlastung bekannt sein mussten.
  • Die Eigentümer verzichten auf Ansprüche aus der Geschäftsbesorgung des Verwalters.
  • Aus unberechtigter Bereicherung Erlangtes ist nicht mehr herauszugeben.
  • Abberufung und Kündigung des Verwalters können sich nicht auf Zeiträume erstrecken, für die Entlastung erteilt wurde.
  • Der Verwalter kann Auskünfte verweigern, die den Zeitraum der Entlastung umfassen, insbesondere wenn Schadensersatzansprüche gegen den Verwalter vorbereitet werden sollen.
  • Der Verwalter ist von noch nicht erfüllten Verwaltungsobliegenheiten für die Jahre befreit, für die Entlastung erteilt wurde.
Deshalb folgender Tipp:
Da nach dem Gesetz eine Entlastung für den Verwalter nicht vorgesehen ist, sollten Eigentümer auf einen derartigen Entlastungs-Beschluss vorsorglich verzichten. Die Eigentümer erhaben davon keinerlei Vorteil. Der Vorteil liegt ausschließlich beim Verwalter. Somit gibt es auch keinen Grund für den Eigentümer, einem Verwalter Entlastung zu erteilen. Eine Ausnahme davon besteht nur dann, wenn der Verwalter laut Teilungserklärung oder Verwaltervertrag Anspruch auf eine Entlastung hat, wenn beim Beschluss gegen ihn mögliche Schadensersatzansprüche oder Haftungen nicht erkennbar sind.
Ein Entlastungsbeschluss kann demnach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung widersprechen. Auf Antrag eines Eigentümers kann der Beschluss zur Entlastung vom Gericht aufgehoben werden, wenn es Gründe gegen die Entlastung gibt.
Um solchen unnötigen Klärungen und Kosten aus dem Weg zu gehen, sollte der Verwalter auf seine Entlastung verzichten. Denn wenn er ordnungsgemäß verwaltet, was von einem guten Verwalter erwartet werden kann, so bedarf er der Entlastung nicht. Viele Verwalter verzichten deshalb von sich aus bereits auf die Entlastung. Verzichtet der Verwalter darauf nicht, sollte er dazu von den Eigentümern “motiviert” werden, in dem die Entlastung wegen des Vorgenannten grundsätzlich verweigert wird.

Kontakte und weitere Details und Infos:
Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn b. Nbg.
Tel. 09154/1602, Fax 09154/914721, Internet: www.hausgeld-vergleich.de
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