Presse-Info vom 2.1.2013
Ist Dämmen dämlich?
• Im Durchschnitt 0,67 € pro Quadratmeter im Monat für Heizenergie
• Außenwanddämmungen rechnen sich deshalb nicht
In Deutschlands Wohnungen wurden durchschnittlich 0,85 €* für Öl-, 0,75 €* für Gas- und 0,91 €* für Fernwärme-Energie zum Beheizen und zur Erwärmung des Wassers im Monat je Quadratmeter Wohnfläche aufgewendet. Für das warme Wasser wurden davon ca. 20% verbraucht. Zur Energieeinsparung durch Dämmung stehen deshalb 0,67 €* je qm im Monat oder 469,- € im Jahr bei einer 70 qm großen Wohnung zur Verfügung. Der heutige energetische Zustand der Wohngebäude ist deshalb überwiegend als gut zu bezeichnen.
Veröffentlichungen über Energieeinsparmöglichkeiten im Wohnungsbestand von 0,77 € je qm im Monat, wie sie z.B. von der Deutschen Energie-Agentur (dena) veröffentlich wurden, gehen an der Realität vorbei, weil bei solchen Berechnungen Verbrauchswerte als Ausgangpunkt angesetzt werden, die in der Praxis kaum noch vorkommen. Verbräuche von 225 Kilowattstunden je qm im Jahr und mehr sind allenfalls noch bei max. 3% der vorhandenen Wohnimmobilien anzutreffen, wie die Prüfungen von Jahresabrechnungen durch Hausgeld-Vergleich e.V. zeigen und die aktuelle Studie “Energiekennwerte” von Techem Energy bestätigt.
Somit ergibt sich eine vergleichbare Faktenlage bei Mehrfamilienhäusern wie beim Ein- und Zweifamilienhausbestand, die vom Verband der Bausparkassen durch das empirica Institut untersucht wurde. Auch hier wurde bereits ein “neuer Realismus” für die von der Bundesregierung erwartete Sanierungsrate von 2% pro Jahr gefordert.
Für Bestandsimmobilien geht co2online (staatlich geförderte gemeinnützige GmbH in Berlin) in den Erstjahren von einer Heizenergieeinsparung von ca. 12%** bei Außenwanddämmungen aus, während einige Gutachten wie das des Fraunhofer Instituts für Bauphysik (IBP) im Jahre 1983, von GEWOS und die Langzeitstudie von Prof. Jens Fehrenberg sogar von einem Mehrverbrauch an Energie nach einer Dämmmaßnahme ausgehen. Selbst bei einer sehr positiven Annahme der Ersparnis von 22% bei einer Außenwanddämmung, wie sie vom IWO e.V. veröffentlicht wurde, ergibt sich bei einer Wohnung mit 70 qm dann pro Jahr lediglich rund 103,- € weniger Energieverbrauch. Demgegenüber stehen übliche 10.000,- € für solch eine Wohnung an Kostenaufwand für die Dämmung. Wer dabei noch berücksichtigt, dass ein Wärmedämmverbundsystem 9,35 €*** mehr an Instandhaltungsbedarf pro qm im Jahr hat als eine verputzte Wand, lässt die Finger von der Plastikverpackung seiner Immobilie, auch wenn dafür mit staatlichen Geldprämien und günstigen KfW-Zinsen gelockt wird.
Es bleibt unverständlich, weshalb die Bundesregierung derartige betriebswirtschaftlich unsinnige Dämmmaßnahmen mit Steuergeldern fördert, anstatt mit diesem Geld die hohen Schulden des Staates abzubauen oder neue Kreditaufnahme zu mindern. Eine Headline des Verbraucher-Magazins “Guter Rat Nr.1/13”, dass Dämmen manchmal dämlich ist, kann auf der tatsächlichen Faktenlage in “Dämmen ist überwiegend dämlich” geändert werden.
*     Durchschnittswerte aus Jahresabrechnungen 2011, bestätigt durch techem-Energiekennwerte 2012
**   Heizkostenspiegel 2012 von co2online gemeinnützige GmbH
*** Institut für Bauforschung e.V. IFB in Hannover: Folgekosten eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS)
Norbert Deul - Vorstand

Kontakte und weitere Details und Infos:
Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn b. Nbg.
Tel. 09154/1602, Fax 09154/914721, Internet: www.hausgeld-vergleich.de
E-mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
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