Presse-Info 1.7.2013
Der Abrechnungsbetrug an Einrohrheizungen geht weiter!
Ein unbegreiflicher Skandal!
Seit rund 10 Jahren ist es bekannt, dass bei Einrohrheizungen und ungedämmten Heizrohren die Wohnungen, die am Anfang des Systems liegen, ohne das Aufdrehen der Heizkörper ausreichend temperiert werden. Die Wohnungen, die am Ende des Systems liegen, bekommen über die Heizrohre wegen dieses Systems bereits abgekühltes Heizwasser und müssen deshalb die Ventile an den Heizkörpern voll aufdrehen, um ihre Zimmer ausreichend erwärmen zu können. Das führt zur eklatanten Ungerechtigkeit bei der Heizkostenverteilung.
Die von den Ablesefirmen vertriebenen elektronischen Messgeräte messen zwar den Unterschied zwischen Heizkörper und der Raumtemperatur genau, sind aber nicht in der Lage, die Wärmeabgabe der Heizrohre in den Wohnungen mitzumessen. Die Folge ist, dass die Messgeräte in den von der Rohrwärme begünstigten Wohnungen null bis fast keine Verbrauchswerte aufweisen, während bei den Wohnungen am Ende des Systems die Heizkosten regelrecht “explodieren”, wenn von den bisherigen anders messenden Verdunstern auf die elektronischen Messgeräte übergegangen wird. Und da nur ein geringer Teil der tatsächlich in die Wohnungen abgegebenen Wärmeeinheiten durch die elektronischen. Messgeräte erfasst wird, erhöht sich auch der Kostenwert je Messeinheit. Im Zusammenwirken führt das dann zu diesen bekannten “Kostenexplosionen” bei den benachteiligten Nutzern am Ende des Heizsystems.
Fehler erkannt, Gefahr gebannt, könnte man sagen und für Abhilfe sorgen - aber falsch gedacht! Denn in solchen Fällen fängt in Deutschland die Trickserei und kleinkarierte Rechthaberei nach dem Motto an: Was interessiert mich Gerechtigkeit, wenn ich deswegen mehr bezahlen muss. Wohnungsinhaber, die jetzt unerklärlich geringe Heizkosten haben, weil sie von der ungemessenen Wärmeabgabe der Heizrohre partizipieren, bestreiten in aggressivster Weise, dass sie sich unredlicher Vorteile bedienen. “Wir heizen nicht, unsere Wohnung wird von der Sonne erwärmt und diejenigen, die sich über die extrem hohen Heizkosten aufregen, waren schon immer Querulanten usw. usw.”, so sind deren Argumente.
Als Beobachter in den entsprechenden Gerichtsverhandlungen muss man bei solchen Aussagen mit einem berechtigten Brechreiz kämpfen.
Kaum sachlicher wird von den Ablesefirmen argumentiert:
“Unsere elektronischen Messgräte messen genau und sind auch zugelassen.“
Stimmt zwar, aber darum geht es nicht. Denn um die für solche Einrohrsysteme ungeeigneten Messgeräte weiter an den Mann und die Frau zu bringen, wurde extra DIN 2077 entwickelt.
Verschwiegen wird dabei jedoch, dass es sich bei dieser DIN um ein umstrittenes Rechenmodell handelt und um keine Messung.
Versagen also auf der ganzen Linie - bei der einen auf der charakterlichen Seite und bei den anderen durch den Weiterverkauf von für die Einrohrheizungen ungeeigneten Messgeräten. Und wer mit einer deswegen total überhöhten Heizkostenabrechnung vor Gericht geht, beteiligt sich an einem Lotteriespiel. Gerät man an einen sachkundigen und gerecht denkenden Richter, wird die Abrechnung für ungültig erklärt, wie am Landgericht Nürnberg/Fürth, Neubrandenburg, Mühlhausen usw.
Gerät man mit dem Problem z.B. ans Landgericht München I, 1. Kammer oder ans Amtsgericht Karlsruhe, so hat man die A-Karte gezogen. Beim letzteren hatte sogar der Gutachter nichts zu melden. Seine gutachterliche Stellungnahme: “Die installierten elektronischen Verteiler seien für das vorhandene Einrohrsystem nicht geeignet” wurde vom Richtertisch gefegt.
Wann endlich werden unsere großen Ablesefirmen ista, techem, brunata und wie sie alle heißen, für Einrohrheizungen uneingeschränkt verwendbare Messgeräte installieren, die auch die Abwärme der Heizrohre messen können? Skandalös ist dabei auch die Rolle vieler Hausverwaltungen. Sie kennen aus den Seminaren der Verwalterverbände die Kostenverteilungsprobleme bei solchen Systemen, empfehlen den Eigentümern aber trotzdem untaugliche elektronische Messgeräte und verteidigen die dann ungerechten Abrechnungsergebnisse noch und diskriminieren die benachteiligten Eigentümer.
Mieter und Wohnungseigentümer sind vor solcher Willkür der Heizkostenverteilung bei Einrohrheizungen endlich zu schützen. Wie lange wollen die Ablesefirmen, Hausverwalter, die unrechtmäßig begünstigten Miteigentümer, manche Gerichte und der Gesetzgeber diesen bundesweiten Skandal weiter dulden?
Norbert Deul

Kontakte und weitere Details und Infos:
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