Nach § 49 Abs. 2 WEG können dem Verwalter die Kosten eines Gerichtsverfahrens auferlegt werden, wenn die Tätigkeit des Gerichts durch ihn veranlasst wurde und ihn ein grobes Verschulden daran trifft.

Bei der Anwendung dieses § kann es in der Praxis zu Problemen kommen. Der Verwalter ist ja berechtigt, für die übrigen beklagten Eigentümer bei einer Beschlussanfechtungsklage einen Anwalt zu beantragen, der dann in der Regel 4,5 Anwaltsgebühren erhalten wird - also 2 Gebühren mehr als sein anwaltlicher Gegner.

Dieser vom Verwalter beauftragte Anwalt hat jedoch die Interessen der übrigen Eigentümer zu vertreten und nicht die des Verwalters. Möglicherweise müsste sich dieser Anwalt dann im Interesse seiner Mandaten um eine Kostenauferlegung nach § 49 Abs. 2 WEG auf seinen Auftraggeber (den Verwalter) bemühen, wenn dieser z.B. grob fahrlässig die maßgebliche BGH-Rechtsprechung zur Jahresabrechnung missachtet hat.

Wird ein Anwalt gegen die Interessen seines Auftraggebers (den Verwalter) agieren und damit riskieren, dass er von diesem Verwalter zukünftig keinen Auftrag mehr erhält? Vermutlich nicht.

Deshalb die Empfehlung von Hausgeld-Vergleich e.V.:

Im Interesse der übrigen Beklagten sollte bereits der Kläger die Prüfung des Gerichts im berechtigten Falle beantragen, ob dem Verwalters die Kosten des Verfahrens nach § 49 Abs. 2 WEG aufzuerlegen sind.

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