Im Vorfeld von Eigentümerversammlungen aber auch aus anderen Gründen (geplante sonstige Kontaktaufnahme oder für die Beschlussanfechtungsklage) benötigt der Wohnungseigentümer eine aktuelle Eigentümerliste mit Postanschriften.

Manche Verwalter reagieren darauf nicht oder weisen diese Forderung mit Verweis auf den Datenschutz ab - eine nicht hinzunehmende Unsitte und Schikane.

Richtig und bekannt ist nämlich, dass es innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft keinen Datenschutz gibt und jeder Eigentümer einen rechtlichen Anspruch auf eine aktuelle Eigentümerliste mit Postanschriften hat (OLG Saarbrücken vom 29.8.2006, Az. 5 W 72/06). Es besteht dabei aber kein Anspruch auf Telefon-/Fax-Nummern oder E-Mail-Adressen.

Für die gerichtliche Geltendmachung des Herausgabeanspruchs vom Verwalter gibt es bereits einen Anhaltspunkt für den Geschäftswert (LG Erfurt vom 30.3.1999, Az. 7 T 37/99)

Weigert sich der Verwalter vor einer Beschlussanfechtungsklage dem klagenden Eigentümer eine Eigentümerliste nach Aufforderung herauszugeben, kann der Kläger innerhalb der Klage beim Gericht beantragen, dass dieses dem Verwalter aufgibt, die Liste rechtzeitig innerhalb des Verfahrens beizubringen (BGH vom 14.12.2012 - V ZR 162/11).

Dies sollte der Kläger bei einer Weigerung des Verwalters grundsätzlich innerhalb seiner Klage beantragen, wenn der Verwalter die Eigentümerliste vor der Klageerhebung verweigert hat. Denn legt der Kläger bis zum Ende der mündlichen Verhandlung einer Beschlussanfechtungsklage keine Eigentümerliste vor, kann die Klage abgewiesen werden.

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