Wohnen wird immer teuerer. Der Preisanstieg macht nicht bei den Großstädten halt, sondern geht jetzt auch in die regionale Breite, so dass die Berichte über diese Situation in den Medien verständlich sind. Die neuen Kostenbelastungen haben verschiedene Gründe. Jedenfalls entwickelt sich daraus eine wirtschaftlich bedrohliche Situation für den Normalverdiener sowie die älteren Bürger, die nur kleine bis mittlere Renten beziehen. Bei denen nicht einmal mehr die Inflation ausgeglichen wird.

Warum steigen die Wohnnebenkosten?

Der Strompreis steigt und steigt. 1 Billionen Kosten sollen für die Energiewende ausgegeben werden, also 25.000,- € Kosten für jeden Haushalt für Wackelstrom aus Sonne und Wind - über die kommenden Jahre verteilt. Die Energiekosten steigen zumindest derzeit im Bereich Öl und teilweise bei der Fernwärme, denn die Kommunen nutzen ihre Fernwärmeunternehmen zur Sanierung ihrer Haushaltslöcher.
Dazu addieren sich noch eine Reihe von gesetzlichen Auflagen:
  • für Dichtigkeitsprüfung der privaten Abwasserrohre,
  • neue Messgeräte wegen der Heizkostenverordnung,
  • für die Auflagen aus der Trinkwasserverordnung,
  • die Energie für das warme Wasser darf nicht mehr errechnet sondern jetzt gemessen werden, also auch hier neue Messuhren,
  • es soll gedämmt werden, koste es was es wolle,
  • dichte Fenster müssen her, möglichst 3fach-Verglasungen
  • und wenn alles luftdicht ist, ist eine Lüftungsanlage erforderlich
  • oder es kommt der Schimmel und damit die Kosten für die Beseitigung

Viele sehen heute im Wohnungsinhaber eine Melkkuh, sei er Eigentümer oder Mieter. Dazu gehören Politiker, Handwerker, Ingenieure und Architekten, Energieberater, der Hausverwalter und am Schluss der Schimmelgutachter, Anwälte und Gerichte. Das bedeutet für den Wohnungseigentümer und Vermieter hohe Zahllasten für Auflagen und die Modernisierung. Und irgendwann kommen diese Koste auch auf den Mieter zu. Eine ungute Entwicklung.

Deshalb muss auf die Kostenbremse getreten werden, weil laufende Erhöhungen der Nebenkosten von 4-8 %, wie sie häufig in Wirtschaftplänen der Hausverwalter angesetzt sind, die Eigentümer als auch die Mieter immer mehr strangulieren. Die Einkommenssteigerung beim Normalbürger erreicht diese Höhe nicht. Rentner hatten in der Vergangenheit sogar unter “Nullrunden” zu leiden.

Was kann man tun?
Zuerst die Wohnnebenkosten vergleichen. Dazu gibt es regionale Vergleichszahlen von Hausgeld-Vergleich e.V. Und wenn überhöhte Kosten sichtbar werden, dann sollte die Suche nach dem Grund und nach Möglichkeiten zur Einsparung folgen. Und da Hausverwalter und Vermieter - bis auf wenige Ausnahmen - hier nicht eigeninitiativ werden, müssen Sie das Heft selbst in die Hand nehmen.
Machen Sie Vorschläge, was getan werden kann. Der Mieter macht dem Vermieter und der Eigentümer dem Hausverwalter Vorschläge, wo eingespart werden kann.
Ein Verbraucherschutzverein wie Hausgeld-Vergleich e.V. ist dabei der richtige Helfer.
Warum gibt es immer höhere Immobilienpreise?
Es gibt selbstverständlich Regionen, das stagnieren die Preise, weil niemand hin will und die Leute von dort wegziehen. In den Ballungsgebieten München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Nürnberg usw. kam es zu einem Nachfrageboom nach dem sog. Betongold. Das war und ist kein Wunder, denn jeder fürchtet um die Stabilität des Euro. Das ist der eine Grund.
Der weitere Grund ist, dass die Zinsen für Erspartes so minimal sind, dass es derzeit zu einem Substanzverzehr für die Ersparnisse und Altersrücklagen bei der Bank kommt, wenn man nicht in risikobehaftete Aktien oder Fonds investieren will.
Da hofft der vorsichtige Anleger bei der Vermietung auf Renditen, die er bei seiner Bank nicht bekommt. Deshalb kommt es zu einer erhöhten Nachfrage, die die Preise nach oben treiben. Die Zinsen für Kredite sind zudem extrem niedrig, so dass auch dies für eine erhöhte Nachfrage nach Immobilien führt.
Die logische Folge ist: Wo mehr Nachfrage ist und die Bürger aus dem Euro fast flüchten, erhöhen sich die Immobilienpreise. Ob der Wert der gekauften Immobilien erhalten bleibt oder ob sich eine Preisblase entwickelt hat, wird sich noch herausstellen.
Eine Änderung dieser Entwicklung wäre nur bei einer anderen europäischen Geld- und Haushaltspolitik zu erwarten.
Warum es zu immer höheren Mieten kommt

Wenn der Kaufpreis einer Immobilie wegen der Euroangst immer höher wird, so steigen zwangläufig die Mieten für diese überhöht erstandenen Wohnungen und Häuser.
Denn ein höherer Kaufpreis führt über die Zinserwartung für diese Investition zwangsläufig zu einer höheren Miete.
Die Energieeinsparverordnung und sonstige Auflagen für Neubauten erhöhen die Herstellkosten von Wohnungen und Häusern. Diese Mehraufwendungen werden durch Energieeinsparungen nicht ausgeglichen, so dass auch hier Mieterhöhungen die zwangsläufige Folge sind.

Noch schlimmer sind aber die Mieterhöhungen nach den sog. energetischen Sanierungen. Der Vermieter verteilt die Kosten mit 11% auf den Mieter und der merkt dann schnell, dass die Mieterhöhung weit höher ist als die erzielte Energieeinsparung.
Der Deutsche Mieterbund hatte jahrelang auf die Aussage gesetzt “Umweltschutz ist die halbe Miete“. Genau das Gegenteil tritt jedoch ein. Wird eine Immobilie der Umwelt zuliebe gedämmt, so kann das bis zur halben Miete teuerer werden. So wäre die Aussage richtig gewesen. Nicht vergessen sollte dabei werden, dass eine Dämmung einer Immobilie keinen Einfluss auf das Klima haben wird. Auch hier wird der Bürger systematisch fehlinformiert.

Was kann der Mieter tun?
Natürlich lautstark protestieren, denn er leidet am meisten unter der Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Energiewendekosten. Vor allem muss es zu einer Ausgewogenheit der Kostenlasten kommen.
Es gab Kostenbefreiungen für Großunternehmen, Geldgeschenke für Hausbesitzer, aber unzumutbare Kostensteigerungen für Mieter. Soziale Unausgewogenheit bei der Verteilung der immer weiter steigenden Kosten für die Energiewende, Zuschüsse für Hausbesitzer und Mieter gehen leer aus.
So ein System muss kritisiert werden.
Was müssen wir deshalb von der Politik fordern?

Während die Hausbesitzer Zuschüsse von bis zu 5.000,- € pro energetischer Einzelmaßnahme auf Steuerzahlerkosten und zinsvergünstigte Kredite erhalten können, gehen die Mieter leer aus. Ihnen wird zugemutet, dass sie für unwirtschaftliche Außenwanddämmungen der Wohngebäude die kompletten Kosten innerhalb von 9 Jahren tragen müssen, ohne dafür vom Vermieter eine Garantie zu erhalten, dass sie diese massiven Mehrkosten für die Miete durch Energieeinsparungen jemals ausgeglichen bekommen.
Und wenn alles bezahlt ist, dann wird die Miete nicht auf den Ausgangspunkt reduziert.

Den Mietern wurde ihr Mietminderungsrecht genommen, wenn sie beim Wohnen unzumutbaren Baulärm, Schmutz, verhängte Fenster, unbenutzbare Balkone und Terrassen wegen energetischen Sanierungen in Kauf nehmen müssen.

Genauso ungerecht geht es bei den dramatisch ansteigenden Stromkosten zu. Hier tragen die einkommensschwachen Gruppen die größte Last, während Großunternehmen mit 10 Gigawatt Verbrauch befreit werden können, auch wenn sie nicht im internationalen Wettbewerb bestehen müssen. Bezeichnend für die derzeitige Ungerechtigkeit der Kostenlastverteilung ist, dass Sozialtarife für Mindeststrommengen für arme Bürger bisher abgelehnt wurden, während betuchte Bürger zu deren Kostenlasten für die unzuverlässige Stromproduktion aus Sonne und Wind Renditen für ihr angelegtes Kapital von mindestens 8 % wegen der Subventionen einfahren können.

So wie derzeit die Energiewende und die Wohnungspolitik im Detail ausgestaltet wird, ist sie sozial unausgewogen und stellt sich als reine Geldumverteilungsmaschinerie von unten nach oben dar. Wir alle müssen deshalb an die regierenden Parteien als auch an die Opposition appellieren:

“Beendet diesen unguten Weg, der unsere Gesellschaft in Gewinner und Verlierer spaltet und bringt endlich das Problem mit dem Euro und den Schulden in Ordnung!
Erst dann sind wir bei Hausgeld-Vergleich e.V. zufrieden.“
Norbert Deul
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