Hat Verwaltungsrat Ulrich neue Tricks fragwürdiger Verwalter entdeckt? Jedenfalls will er uns Wohnungseigentümer wie gehabt über seine Erlebnisse informieren und uns zum Nachdenken und zur besseren Kontrolle anregen. Beirat Ulrich schrieb uns deshalb:
1. Mitteilung: „Die Versicherungsbeiträge steigen und steigen!“
In meiner Stammkneipe habe ich einen alten Bekannten wieder getroffen, einen Versicherungsmathematiker. Ich habe ihm mein Leid geklagt:
"Die Versicherungsbeiträge steigen und steigen"
und deshalb gefragt:
"Gibt es Provisionen von der Versicherung an den Hausverwalter?"
Mein Freund hat mich schallend ausgelacht. Dann ging er an sein Auto und brachte mir eine Kopie des Prospektes 123-AB/C-458-09.10* der XY-Versicherung. In diesem Prospekt sucht der Versicherungs-Konzern nach Partnern. Die Worte "Hausverwaltung" und "Provision" kommen darin natürlich nicht vor.
Dort steht statt dessen verständlich und eindeutig klar:

  • Bieten Sie Ihren Kunden einen Mehrwert, indem Sie .....neben Ihrer Dienstleistung eine passende Versicherung anbieten.
  • Unter Kooperation verstehen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit gemeinsamen Zielen: Zufriedene Kunden und wirtschaftliches Vorankommen.
  • Wir stimmen unser Leistungspaket auf Ihre Kunden und Ihre Produkte ab.
  • Wir bleiben mit Ihnen im Dialog, um das gemeinsame Angebot täglich zu verbessern und zu optimieren.
  • Generieren Sie zusätzliches Geschäft durch den Verkauf unserer Versicherungsleistung.

Was will uns Verwaltungsbeirat Ulrich damit mitteilen? Schwierig oder? Denn wir müssen jetzt grübeln, was „passende Versicherung anbieten“, „partnerschaftliche Zusammenarbeit“, „gemeinsame Ziele“, „wirtschaftliches Vorankommen“, „wir bleiben im Dialog“ einem Verwalter sagen sollen.

Möglicherweise wird es verständlicher, wenn wir die letzte Aufforderung der Versicherung nochmals lesen:
„Generieren Sie zusätzliches Geschäft durch den Verkauf unserer Versicherungsleistung.“
So werden auch die teilweise jährlichen Versicherungserhöhungen nachvollziehbarer.

* Nummer des Prospektes geändert
2. Mitteilung: „An dieses Angebot halte ich mich 3 Monate gebunden!"
Von meiner Hausverwaltung erhalte ich ein Angebot eines Handwerkers. Mit Erschrecken sehe ich, dass in diesem Angebot der wichtige Satz fehlt:
"An dieses Angebot halte ich mich 3 Monate gebunden"
So ein Angebot ist wertlos. Hat das die Hausverwaltung nicht bemerkt oder eventuell sogar dem Handwerker erlaubt? Genau das, was wir immer alle vermeiden wollen, ist erfolgt. Der Vorteil für als mich als Verwaltungsbeirat ist aber, dass ich dann vorgewarnt bin, wenn z.B. schon der wesentliche Zusatz „der Gültigkeit des Angebots von 3 Monaten“ fehlt. Dann sollte das gesamte Angebot genauestens geprüft werden.
Wenn noch weitere wichtige Bestandteile im Angebot fehlen wie
  • "ich gewährleiste eine termingerechte Ausführung des Auftrages",
  • "ich gewähre eine ordnungsgemäße Ausführung des Auftrages nach VOB",
  • "die Arbeiten entsprechen heutigen Energie- und Einsparverordnungen",
  • "mein Angebot bleibt bis zum Zuschlag gültig" und
  • "während der Bauzeit auftretende Lohn- und Materialpreiserhöhungen sind in meinem Angebot einkalkuliert“

sollten "alle Ampeln auf rot" gehen. Verstanden?
Das sind sehr wichtige juristische Klauseln, mit erheblichen Folgen für die Eigentümer. Wenn sie nicht in Angeboten enthalten sind.

Der weitsichtige Beirat und Eigentümer wird sich dann um Gegenangebote bemühen und bis dahin eine Beschlussfassung zur sofortigen Auftragsvergabe ablehnen.

Bis zum nächsten Mal Ihr Verwaltungsbeirat Ulrich

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