Verwalterverbände empfehlen den Eigentümern die Annahme ihrer Musterverträge. In der “Immobilien-Zeitung” wurde solch ein Formularvertrag als positiv beurteilt, wobei nicht klar war, für wen er positiv zu beurteilen ist - für den Verwalter oder die betroffenen Eigentümer. Verwalter A. aus Düsseldorf bietet deshalb einer Eigentümergemeinschaft den Mustervertrag des Verbandes der nordrhein-westfälischen Immobilienverwalter e.V. und vom Verband der Immobilienverwalter Hessen e.V. an. Verwalter A. behauptet in seinem Bewerbungsschreiben, dieser Vertrag würde die aktuelle Gesetzeslage und Rechtssprechung berücksichtigen und wäre als “transparent und fair anerkannt“. So lautet jedenfalls seine Mitteilung an die Eigentümer.
Die Frage dabei bleibt aber für einen Eigentümer und Hausgeld-Vergleich e.V., wer hat diesen Formularvertrag, den die Eigentümer bedenkenlos annehmen sollen, als “fair und transparent” beurteilt. Ein Verein, der Eigentümer-Interessen vertritt, vermutlich nicht. Sicher werden es die Verwalterverbände und der Verwalter A. sein, denn der Hausgeld-Vergleich e.V. zur Prüfung vorliegende Vertrag enthält “transparent und fair” auf der Seite 1 zweimal und dann bei jedem weiteren § des Vertrages.
Der deshalb für den Vertrag zunächst positiv eingestimmte Wohnungseigentümer wird aber bereits bei Ziffer 3.1. des “fairen und transparenten” Vertrages stutzig. Dort steht, dass zur Durchführung der jährlichen ordentlichen Eigentümerversammlung nach 19.00 Uhr eine Berechnung nach Zeitaufwand gemäß der in Ziffer 5.16 genannten Stundensätzen mit einer Erhöhung um 50% anfällt. Unter 5.16 kostet eine Stunde 113,05 € für den Geschäftsführer + 50% macht dann 169,58 € je Versammlungsstunde - transparent u. fair. Schließlich kann man die Versammlungen auf den Nachmittag verlegen.
Als wesentlicher Bestandteil entpuppt sich dann § 5. Dort sind die weiteren Zusatzhonorare geregelt auf 1 1/2 Seiten - transparent und fair. Für eine Wiederholungsversammlung erhält der Verwalter 25% einer monatlichen Grundvergütung, vermutlich zusätzlich zu der ab “19.00-Uhr-Vergütung”. Berufstätige Eigentümer sollen mehr bezahlen, das wird klargestellt.
Für die Erhebung einer Sonderumlage gibt es 1% plus 19% bezogen auf den Sonderumlagen-betrag für den Verwalter. Das hat das Landgericht Hanau bereits für unzulässig beurteilt (Az. 8 T 90/08), da es sich um eine Grundleistung des Verwalters handelt.
Dann folgen 3,57% Sondervergütung für Instandhaltungen ab 20.000,- € aufwärts für den “Regieaufwand”. Je höher der Einkauf der Leistung, desto höher ist das Sonderhonorar für den Verwalter - transparent und fair. Ist das eine gute Basis für den der alles zahlen muss?
Ein Mahnschreiben kostet transparent 11,90 €, das zweite 17,85 €. Übergibt der Verwalter an einen Anwalt die Unterlagen für eine Hausgeldklage, so erhält er 178,50 € brutto. Hier hat das Landgericht München (Az. 36 S 4853/09) eine Pauschale von 100,- € bereits für überzogen betrachtet und eine Verknüpfung an die Höhe des Hausgeld-Rückstandes für erforderlich gehalten. Eine Kalkulation wird also auf dieser Basis schwer, welche Jahreskosten entstehen.
Hausgeld-Vergleich ruft deshalb sowohl Verwalter als auch die betroffenen Wohnungseigentümer zu einer Diskussion auf:
Welchem Verwaltervertrag ist der Vorzug zu geben (bitte anklicken)?
Einem Vertrag mit einem günstigen Grundhonorar, dafür aber vielen Sonderhonoraren wie er von Verwalter A. und Verwalterverbänden angeboten wird oder
einem “All-incluse-Vertrag” mit einem dafür kalkulierbarem etwas höheren Grundhonorar - wie ihn Hausgeld-Vergleich e.V. mit seinem Mustervertrag empfiehlt und der Anregung, einen herausragenden Verwalter mit einer gelegentlichen Sonderzahlung per Beschluss zu bedenken.
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BEIRATS- Akademie© c/o Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstr. 8, 91224 Pommelsbrunn
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