Verwaltungsbeirat, Herr Ulrich, übersandte uns seine “satirische Darstellung”
a) zur Angebotsbeschaffung und
b) seine sonstigen Erfahrungen mit seiner Verwalterin
die wir Ihnen zur Kenntnis bringen dürfen. Falls Sie ähnliche Meinungen oder Erfahrungen haben sollten, so schreiben Sie uns ein paar Zeilen.
Zusammenarbeit von mir als Beirat mit meiner Verwalterin
Wenn ich anrufe und sage “Bald“, dann steht die Verwalterin in einer Stunde vor meiner Haustür. Wenn ich anrufe und sage “Termin”, dann sagt die Verwalterin: “Wo? Im Treppenhaus? In der Waschküche oder im Sportvereinshaus und wann? Und langt es am ...... Und wie war der Tagesordnungspunkt?“.
Wenn ich im Büro erscheine, dann schleppt sie wortlos alle Ordner an, dreht die Heizung auf, bringt einen bequemen Stuhl, legt beim Kopierer Papier nach und kocht mir Kaffee. Dann kann ich über den Ordnern brüten solange ich möchte, kopieren soviel ich will und ohne Kosten.
Wenn ich gehe, sagt sie noch: “Sie haben eine wichtige Unterlage vergessen zu kopieren. Sie findet genau diese Unterlage im Ordner, macht mir eine Kopie und übergibt diese in einer neuen Plastikhülle.
Dann säuselt sie noch honigsüß: “Viele Grüße an Frau und Tochter und alle Bewohner ...“ Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los: Hier wirst Du gnadenmäßig verschaukelt. Bloß wo?
Was sind das: Hoflieferanten
Eine Hausverwaltung arbeitet mit wenigen Firmen und Handwerksbetrieben zusammen. Drei Maler, drei Dachdecker, drei Elektriker und so weiter. Diese Firmen nennt man Hoflieferanten.
  • Für die Hausverwaltung ist die Zusammenarbeit mit den Hoflieferanten sehr einfach, die Personen sind persönlich bekannt. Alle Telefonnummern und Adressen sind gespeichert.
  • Die Hoflieferanten arbeiten recht sorgfältig. Auch Reklamationen wird nachgegangen. Verlieren sie das Vertrauen der Hausverwaltung, erhalten sie keine Aufträge mehr. Andersherum wird eine schlitzohrige Hausverwaltung immer Mittel und Wege finden, die Zusammenarbeit mit unerwünschten Handwerksbetrieben zu unterbinden, auch ein engagierter Verwaltungsbeirat kann da wenig ausrichten.
  • Die Hoflieferanten kennen sich alle gegenseitig. Ein neuer Handwerksbetrieb, der in den Kreis der Hoflieferanten aufgenommen wird, wird sehr schnell über seine Mitbewerber informiert. Wie der Zufall so spielt, liegen alle Angebote immer blitzschnell vor und sind in Preis und vor allem im Umfang der Ausführung fast identisch.
  • Bei Auftragsvergabe ist dann eine erhebliche Provision an die Hausverwaltung fällig.
Was muss der Wohnungseigentümer wissen:
  • Ohne Moos, nichts los. Wo Geld fließt, fließen Provisionen. Halten Sie unbedingt Ihre Augen auf. Wegsehen hilft niemandem. Provisionen erfolgen immer unter der Hand und unbemerkt von der Öffentlichkeit.
  • Es gibt sie noch, unbestechliche Firmen und Handwerksbetriebe. Besonders hochqualifizierte Betriebe mit langjähriger Kundenbindung haben Provisionen nicht nötig. Leider werden sie immer weniger.
  • Es gibt sie bereits, Hausverwaltungen, die ihre Unbestechlichkeit im Verwaltervertrag dokumentieren. Hier bitte Vorsicht: Papier ist geduldig. Eine Provisionszahlung können Sie nie beweisen, noch weniger verhindern.
  • Änderungen am Wirtschaftsplan werden von der Hausverwaltung sehr träge und erst nach mehrmaliger Aufforderung durchgeführt, Angebote aber sehr bereitwillig eingeholt. Hier ist Misstrauen angesagt.
  • Unterstützen Sie Ihren Verwaltungsbeirat in dieser Sache. Lassen Sie sich Ihr Geld nicht hemmungslos aus der Tasche ziehen und trauen Sie niemandem.
Wie muss der Verwaltungsbeirat vorgehen:
  • Zeigen Sie der Hausverwaltung, dass Sie mit dieser Problematik vertraut sind. Das ist leichter gesagt als getan, denn das Vertrauen in Sie ist dann schnell verspielt. Eventuell können Sie dieses Mail ausdrucken und unabsichtlich liegen lassen.
  • Ziehen Sie Ihre Miteigentümer auf Ihre Seite. Informieren Sie sorgfältig. Ein Ausdruck von www.Hausgeld-Vergleich.de hilft dabei.
Wie werden Angebote gelesen:
Wenn eines der nachfolgenden Kriterien zutrifft: Lieferant und Angebot sofort verbrennen.
  • Es werden Dinge und Anlageteile, Arbeiten und Renovierungen angeboten, die vollkommen überflüssig sind. Fadenscheinige Gründe müssen herhalten.
  • Es werden Dinge und Anlageteile angeboten, unter Verweis auf erhebliche Einsparungen im Verbrauch. Es fehlen aber die genauen, nachvollziehbaren Spezifikationen.
  • Es werden Arbeiten und Renovierungen angeboten. Dabei wird auf erhebliche Vorteile im Wohnwert hingewiesen. Es fehlen aber die genauen, nachvollziehbaren Spezifikationen.
  • Es werden Dinge und Anlageteile angeboten, welche vorhanden sind und zur Zufriedenheit arbeiten. Funktionierende Anlageteile mit geringem Alter sollen ersetzt werden.
  • Es werden Dinge und Anlageteile angeboten, die in ihrer Größe völlig überdimensioniert sind.
  • Es wird ein Wartungsvertrag angeboten von einer Firma, die sehr weit anreisen muss, obwohl es qualifizierte Firmen im nahen Umkreis gibt.
  • Das Angebot wird von einem externen Spezialisten empfohlen und schöngeredet, wobei dieser Spezialist von der Hausverwaltung präsentiert wird.
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