Die den Wohnungseigentümern aufgezwungenen Energieausweise sind in der Regel das Geld nicht wert, was sie kosten. Hausgeld-Vergleich e.V. hatte bereits darauf hingewiesen, dass diese Ausweise nicht geeignet sind, einem Mieter Auskunft darüber zu geben, welcher Energieverbrauch in seiner Wohnung zu erwarten ist. Wesentlich bessere Daten liefern dem Mieter und dem Käufer einer Eigentumswohnung statt dessen die konkreten Heizkostenabrechnungen der betreffenden Wohnung der vergangenen Jahre. Daran erkennt jeder die Verbrauchsmenge Energie für die gesamte Wohnanlage und die der speziellen Wohnung, die von der Durchschnittsmenge des Hauses je nach Lage wesentlich abweichen kann. Der Energiepass entpuppt sich statt dessen immer mehr zu einem unbrauchbaren Bürokraten-Papier, nachdem nun auch endlich eine Studie des Bundesministerien für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ergeben hat, dass der bisher hoch gelobte, empfohlene und teuere Bedarfsausweis bei Überprüfungen eine unakzeptable Streubreite der Ergebnisse brachte.

Aus der BMVBS-Online-Publikation Nr. 1/2011 ist unter anderen zu entnehmen:

Streubreite der Ergebnisse des Verbrauchsausweises nach Überprüfung: -26% bis +  15%
Streubreite der Ergebnisse des Bedarfsausweises nach Überprüfung: -30% bis + 108%
Somit zeigt sich, dass der teuere Bedarfsausweis, bei dem der Verbrauch berechnet wird, wegen der extremen Streubreite der Ergebnisse für die gleiche Immobilie das Geld nicht wert ist. Während wenigstens 66% der Überprüfergebnisse mit den Angaben im Verbrauchsausweis nach dieser Studie übereinstimmen, sind es beim Bedarfsausweis gerade einmal 29%
Der als hochwertig geltende Bedarfsausweis hat in der Praxis eine unzureichende Zuverlässigkeit, so das Ministerium und ist somit das Geld nicht wert. Das Ministerium führt als Gründe für die erheblichen Abweichungen an:
  • Unterschiedliche Definition der Systemgrenze.
  • Annahme unterschiedlicher Wirkungsgrade der Heizanlage.
  • Annahme unterschiedlicher Wärmedurchgangskoeffizienten.
  • Verwendung von Erfahrungswerten nach Baualtersklassen zu den energetischen Eigenschaften von Bauteilen, wenn Bauteilaufbau im Detail bekannt sind.
  • Häufung unterschiedlicher Annahmen, insgesamt unschlüssige Berechnungen.
Fazit:
Es wurde in Deutschland noch nie so viel Müll produziert und gedruckt wie heute. Auch der Energieausweis hat die Müllmenge vergrößert.
Misstrauen gegenüber allem, was derzeit angeordnet wird, ist deshalb mehr als angebracht.
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