Hausgeld-Vergleich e.V. kritisierte die Streitwertfestsetzung verschiedener Gerichte zur Verwalterabwahl oder zur Verhinderung der Wiederwahl. Danach führte die Praktik, 50% des gesamten Verwalterhonorars für die Restlaufzeit des Verwaltervertrages anzusetzen, dann zu unzumutbaren Streitwerten für den einzelnen klagenden Eigentümer, wenn dieser das Pech hatte, Mitglied einer großen Wohngemeinschaft zu sein. Denn dann wurde der Streitwert in einer Höhe festgesetzt, der nicht dem Interesse des Klägers entsprechen konnte, so wie z.B. am Landgericht Köln mit 360.756,- €.

Ein wirtschaftlich vernünftig denkender Eigentümer wird in solch einem Falle das Gericht nicht mehr anrufen, selbst wenn der Verwalter unzumutbar ist. Eine Streitwertfestsetzung in diesem Sinne erschien auch dem Vorsitzenden Richter am Kammergericht Berlin a.D., Dr. Briesemeister mit der Justizgewährungspflicht nicht vereinbar.

Am Landgericht Nürnberg konnte nun ein zu akzeptierender Streitwert erzielt werden. Das Gericht vertrat die gleiche Meinung wie Hausgeld-Vergleich e.V., dass es dem Kl/ärger nicht um die Ersparnis der Verwaltervergütung geht, sondern um die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Verwalter. Die Bemessung dieses Interesses sei an objektiven Kriterien vom Gericht zu schätzen, wobei als objektives Kriterium nur das Verwalterhonorar zur Verfügung stand.

Die Kammer war deshalb der Ansicht, dass das Interesse des Klägers nicht höher zu bewerten sei als der auf ihn entfallende Anteil des Verwalterhonorars. Danach war das Gesamtinteresse des Klägers entsprechend § 49 Abs. 1 Satz 2 GKG zu verfünffachen, was zu einem vertretbaren Wert führte und der dann unabhängig - und das ist wichtig - von der Größe der Wohnanlage ist.

Wer dazu weitere Infos oder das LG-Urteil benötigt, wendet sich an:
Hausgeld-Vergleich e.V., Tel. 09154/1602, E-Mail: hausgeld-vergleich@t-online.de
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