Den Produktmanagern Ralf Schäfer und Jürgen Messerschmidt von der ista kann für den informativen Bericht über die auftretenden Probleme der Heizungsverbrauchserfassung beim Einsatz von elektronischen Messgeräten nach den Zweifühlersystem an Einrohrheizungen in “BEIRATAKTUELL” sehr gedankt werden. Wurde doch dieses nach der Umstellung von Verdunstern auf die elektronischen Messgeräte erst verstärkt auftretende Verteilungsproblem bisher öffentlich nur von Hausgeld-Vergleich e.V. allein angesprochen.

Wegen der bisherigen weit verbreiteten “Nicht- und Fehlinformation” auf diesem Abrechnungsfeld mussten unnötigerweise inzwischen viele Gerichtsverfahren an den WEG- und Mietgerichten geführt werden, die bei frühzeitiger Sachaufklärung zu vermeiden gewesen wären.

Als ein besonders krasses Beispiel von vielen gilt der Kostenverteilungsstreit in einer Wohnanlage in der Nähe von München, bei der sich die Eigentümer für die Anschaffung von elektronischen Messgeräten des Anbieters Brunata entschieden hatten. Es sollten sich mit den neuen Geräten exaktere Messergebnisse ergeben als mit den bisherigen Verdunstern, so die Vorstellung.

Die Praxis brachte in dieser Wohnanlage aber statt dessen unakzeptable Verteilungsungerechtigkeiten, wie eine der Heizungsabrechnungen nach der Umstellung zeigt:

Verteilung der Heizungsverbrauchskosten nach Einsatz von elektronischen Messgeräten nach dem Zweifühlersystem an einer Einrohrheizung

Nach dieser neuen “Abrechnungsmethode” brach in der bisher friedlichen Wohngemeinschaft der Streit aus. Einige Eigentümer hatten gar keine oder nur minimale Verbrauchskosten zu zahlen und dafür wurde eine Minderheit mit einem Vielfachen dessen belastet, was nach der bisherigen Messmethode mit Verdunstern üblich war.

Die “Abrechnung” landete vor Gericht und wurde entsprechend den Ausführungen des beauftragten Gutachters vom Gericht für ungültig erklärt. Danach versuchten es die Eigentümer mit der Richtlinie VDI 2077 in der Hoffnung, hier könnte die Lösung liegen. Diese konnte aber nur eine Abmilderung der “Erfassungsmängel” bringen, wie Fachleute wissen, so dass das Gericht auch diese neue Abrechnungsweise für ungültig erklärte. Somit wird ein gravierendes Verteilungsproblem, wie oben dargestellt, natürlich nicht mit der Richtlinie VDI 2077 gelöst.

Die Streitfronten verhärteten sich mit jeder neuen Klage, denn die Begünstigten wollten ihre Vorteile behalten und die Minderheiten deren Verbrauchskosten nicht zusätzlich bezahlen. Unglücklicherweise zählten auch die Beiräte in diesem speziellen Falle zu den Begünstigten, so dass auch von ihnen keine ausgleichende Aktivität erfolgte. Mediatorische Versuche von außen wurden abgelehnt. Und so streiten die Parteien noch heute vor dem Münchner Gericht um eine gerechte Abrechnung. Auch Brunata wurde inzwischen verklagt. Ein früherer öffentlicher Bericht von ista, brunata oder techem hätte hier vielleicht Wunder bewirken können.

Klar ist nämlich, dass ein Messsystem auf die vorhandene Heizungsanlage oder die Heizungsanlage auf die Messgeräte abgestimmt werden müssen.
Wer weitere Infos zu diesem hochbrisanten Thema erhalten möchte und bei wem die Heizungsabrechnungen nach Umstellungen von Verdunstern zu elektronischen Messgeräten zu extremen Veränderungen führte, sollte sich an Hausgeld-Vergleich e.V. wenden.
Zurück