Verwalter A: “Diese Balkons müssen abgerissen und durch neue vorgestellte Balkons ersetzt werden, damit dahinter eine Wärmedämmung Platz hat.“
Verwalter B: “Der Architekt spinnt doch, das rechnet sich doch nie!”
Dass Verwalter zu unterschiedlichsten Meinungen in der gleichen Sache kommen können, zeigen die Ergebnisse zwei aktueller Eigentümerversammlungen.
Verwalter A. in Karlsfeld bei München
wirbt mit Unterstützung des Beirats und der den geplanten Balkon-Auftrag erhalten Firma für den kompletten Abriss von 45 Balkonen sowie den Aufbau neuer Balkone in einem angemessenen Abstand vor dem Mauerwerk, damit später auch dort eine Wärmedämmung angebracht werden kann.
Kosten für diese Maßnahme veranschlagt derzeit rund 310.000 €, also ca. 6.900,- € je Balkon. Dazu würde sich dann zu gegebener Zeit die komplette Wärmedämmung dazu addieren.
Um zur Meinungsbildung beizutragen, wird das nachstehende Eigentümer-Info von einigen Eigentümern verteilt, das von Hausgeld-Vergleich e.V. im Auftrage für diese erstellt wurde:

Sehr geehrte Eigentümer,

nachdem uns auch die neuen Unterlagen Ihrer Hausverwaltung zur Überprüfung übergeben wurden, bleibt es bei unserer ersten Aussage vom 23.11.2009:

Es ist nicht nachvollziehbar, wenn Sie wegen einer voraussehbar unrentablen Wärmedämmung die vorhandenen Balkone durch vorgesetzte neue ersetzen sollen.
Auch wenn der Anteil an eingekaufter Heizenergie jetzt von bisher rund 22.100 € (Abrechnung vom 3.12.2008) auf jetzt 27.409 € (Abrechnung vom 9.12.2009) für die Erwärmung Ihrer Wohnungen gestiegen ist, so ergibt sich lediglich ein jährlicher Einsparbetrag von max. 6.852 € im Jahr. Ein unbedeutender Sparbetrag, wenn man die Kosten für die neuen Balkone (311.000 €) und dann noch die Kosten für eine geplante Wärmedämmung gegenüber stellt.
Sie haben derzeit einen Bedarf an Wärme lt. Abrechnung vom 9.12.09 von 103 (Vorjahr 100) kWh je qm Wohnfläche - ein sehr guter Wert. Im Rundschreiben vom 8.12.2009 Ihrer Hausverwal-tung wurden Sie fehlerhaft informiert. Richtig ist nämlich,
  • dass einer Energieeinsparung nur der Teil der Energie zugänglich ist, der für die Erwärmung der Räume benötigt wird. Es darf eben nicht der komplette Energiebedarf angesetzt werden. Die Energie für die Wassererwärmung muss selbstverständlich abgezogen werden, so dass die Angabe Ihrer Verwaltung über die Einsparmöglichkeit unsachlich und unsere richtig war.
  • Ebenso ist Fakt, dass Sie laut Ihrer aktuellen Jahresabrechnung nur 103 kWh für die Erwärmung der Wohnungen benötigen und eben nicht 120-145 kWh. Auch hier muss das warme Wasser abgezogen werden, was Ihre Verwaltung übersehen hat.
Kein seriöser Energieberater wird bei rund 100 kWh an Verbrauch eine erforderliche Wirtschaftlichkeit einer Außenwanddämmung im Rahmen der Rechtssprechung errechnen können.
Zusätzlich führt ein wesentlich größerer Balkon zu einer erheblichen Verschattung der darunter liegenden Wohnung, so dass hier eine nachteilige bauliche Veränderung vorliegen dürfte, die zu einer weiteren gerichtlichen Beschlussaufhebung führen kann.
Und in diesen Zusammenhängen sollten Sie die von Ihrer Verwaltung von Ihnen verlangte Haftungsfreistellung betrachten.
(siehe letzter Absatz unter “Abstimmung” Seite 5)
Verwalter B in Germering

hat von einem Architekten einen vergleichbaren Vorschlag erhalten: Abriss der vorhandenen Balkone statt einer punktuellen Instandhaltung, Neuaufbau neuer vorgesetzter Balkone, damit dann Raum für ein Wärmeverbundsystem geschaffen wird.

Eine Diskussion über den Architekten-Vorschlag, kam nicht zustande. Die Aussage des erfahrenen Hausverwalters in der Versammlung lautete:
“Der Architekt spinnt doch, das rechnet sich doch nie!”. Statt dessen schlage ich eine Sanierung dort vor, wo es bei den Balkonen erforderlich ist und dazu bitte zur Angebotseinholung in diesem Sinne um Zustimmung“

Frage an Sie:

Welcher Verwalter hat hier Recht und welchem Verwalter würden Sie Ihre Immobilie anvertrauen?
Um Diskussion dieses Streithemas wird gebeten:

Zuschriften bitte an:
Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn,
E-Mail:hausgeld-vergleich@t-online.de

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